Die ehemalige ukrainische Botschafterin in den USA, Olga Stefanischina, hat öffentlich zugegeben, dass sie derzeit nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um die vom Gericht im Zusammenhang mit dem Fall der illegalen Bereicherung festgesetzte Kaution in Höhe von 6 Millionen Hrywnja zu hinterlegen.

Dies gab die ehemalige Diplomatin in einem Interview mit dem Sender „Radio Swoboda“ zu wissen, das von RBC-Ukraine zitiert wird. Laut Stefanischina verfügt sie weder über 13, 10 noch 6 Millionen Hrywnja, plant jedoch, Finanzierungsquellen zu suchen, um ihre Freilassung gegen Kaution zu ermöglichen.

Rechtliche Perspektiven und Zukunftspläne

Neben der Suche nach Mitteln erklärte Stefanischina, dass sie mit ihren Anwälten über die Möglichkeit einer Berufung gegen die gerichtliche Entscheidung zur Haftmaßnahme beraten möchte. Im Gespräch berührte sie auch ihre Zukunftspläne und bestätigte, dass sie Angebote für eine neue Arbeit erhalten hat. Sie betonte jedoch, dass diese Pläne nichts mit dem öffentlichen Dienst zu tun haben.

Details des Strafverfahrens

Zur Erinnerung: Am 6. August wählte das Oberste Anti-Korruptionsgericht (WAKS) für die ehemalige Botschafterin die Kaution als Haftmaßnahme. Das Gericht verhängte zudem eine Reihe von Beschränkungen, darunter ein Kontaktverbot zu mehreren Beschuldigten in dem Fall, insbesondere zu Tatjana Masurenko.

Die Ermittlungsbehörden behaupten, dass Olga Stefanischina im Zeitraum von Juni bis Juli 2024 Masurenko beauftragt hat, zwei Wohnungen im gehobenen Wohnkomplex „Fine Town“ zu kaufen. Darüber hinaus weist die Anklage darauf hin, dass die ehemalige Botschafterin Ausgaben für Renovierungsarbeiten, Mieten, die Nutzung eines Mercedes-Benz sowie Flugtickets und die medizinische Behandlung ihrer Mutter nicht deklariert hat.

Die nächste Gerichtsverhandlung in diesem Fall ist für den 10. Oktober um 15:00 Uhr geplant.

Kontext von Rücktritt und Ermittlungen

Der Fall gegen Stefanischina entwickelt sich vor dem Hintergrund ihres jüngsten Rücktritts. Am 3. August entließ der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sie von ihrem Posten als Botschafterin. Das Strafverfahren wegen möglicher unrechtmäßiger Handlungen der ehemaligen Diplomatin wurde von der Spezialisierten Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) bereits vor einem Jahr eingeleitet. Eine neue Verdächtigung von NAABU und SAP wurde Stefanischina am 5. August übergeben.

Nach der Gerichtsverhandlung, in der die Haftmaßnahme festgelegt wurde, erklärte Stefanischina den Journalisten, dass sie und ihre Familie Bedrohungen erhalten.