Morgens am 19. August 2026 gaben das Nationale Anti-Korruptions-Büro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Anti-Korruptions-Prokuratur (SAP) gemeinsam eine Sonderoperation bekannt, die den Namen 'Themis' erhielt. Laut den Strafverfolgungsbehörden wurde im Rahmen dieser Operation die Tätigkeit einer kriminellen Organisation aufgedeckt, deren Mitglieder über einen längeren Zeitraum hinweg Immobilien und andere Vermögenswerte juristischer Personen unrechtmäßig an sich gebracht hatten. Wie das NABU präzisierte, wurde die Gruppe von einem amtierenden und einem ehemaligen Volksdeputierten der Ukraine angeführt; zu ihren Mitgliedern zählten hochrangige Beamte des Präsidentenamts.
Schema und Umfang der Raubübernahmen
Die Ermittlungen ergaben, dass das großangelegte Schema der Raubübernahmen durch die unrechtmäßige Aneignung von Unternehmensvermögen umgesetzt wurde. Laut den Akten des Falls hatten die Mitglieder der Organisation bereits im Herbst 2025 Vermögenswerte von Unternehmen im Wert von mehr als 248 Millionen Griwna unrechtmäßig angeeignet. Darüber hinaus versuchten die Täter im Mai 2026, die Kontrolle über Immobilien in Kiew zu erlangen, deren Gesamtwert 207 Millionen Griwna übersteigt. Das NABU betonte ausdrücklich, dass das Ziel der Aneignung eines der Unternehmen die Erlangung der Kontrolle über Immobilien im Zentrum von Kiew im Wert von mehr als 500 Millionen Griwna war.
Wer ist in der Ermittlung involviert?
Laut der Ermittlungsversion könnten an den Verbrechen amtierende und ehemalige Volksdeputierte, Beamte des Präsidentenamts der Ukraine und des Justizministeriums sowie Richter und Hacker beteiligt sein. Später wurde bekannt, dass es sich um die stellvertretende Leiterin des Präsidentenamts, Irina Mudra, den Volksdeputierten Wadym Stolar und den ehemaligen Volksdeputierten Maksym Mykytas handelt. An demselben Tag, dem 19. August, wurde bekannt, dass Mudra von ihrem Posten als stellvertretende Leiterin des Präsidentenamts entlassen wurde.
Finanzspuren und Beweismittel
Die Ermittler stellten fest, dass für die Umsetzung des Schemas mindestens 514.000 Dollar aufgewendet wurden. Zur Verwirklichung ihrer kriminellen Pläne nutzten die Täter, laut Ermittlungsdaten, abgestimmte Aktionen innerhalb der Gruppe. Das NABU veröffentlichte zudem Gesprächsprotokolle, auf denen die Beschuldigten die Überweisung von Geldern im Austausch für die Treffen notwendiger Entscheidungen und die Kontrolle über Unternehmen diskutierten. Diese Materialien dokumentieren laut Aussage der Strafverfolgungsbehörden die Abstimmung der Handlungen der Mitglieder der Organisation.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Unterlagen besteht eine Diskrepanz bei den Bezeichnungen der Operationen: Der Großteil des Textes und die Ankündigung der Sonderoperation vom 19. August beziehen sich auf die Operation 'Themis', während in der letzten Zeile die zuvor veröffentlichte Operation 'Forrest Gump' des NABU und der SAP erwähnt wird. Unklar ist, ob es sich um dieselbe Operation unter verschiedenen Namen handelt oder um zwei separate Fälle, die mit derselben Gruppe von Personen in Verbindung stehen. Zudem werden in den Quellen unterschiedliche Summen genannt – 248 Millionen, 207 Millionen und mehr als 500 Millionen Griwna –, die sich dem Text zufolge auf verschiedene Episoden und Objekte beziehen und keine sich gegenseitig ausschließenden Zahlen für denselben Vermögenswert darstellen.
Status der Ermittlungen
Das NABU und die SAP betonen, dass das vorgerichtliche Ermittlungsverfahren andauert. Dies bedeutet, dass die veröffentlichten Informationen die Version der Ermittlungsbehörden widerspiegeln und nicht die endgültigen Urteile des Gerichts; die Schuld konkreter Personen ist noch nicht rechtskräftig festgestellt. Die weitere Entwicklung des Falls, einschließlich der möglichen Einbeziehung zusätzlicher Beschuldigter aus den Reihen der Richter, Beamten des Justizministeriums und Hacker, behalten sich die Strafverfolgungsbehörden für die Rahmenbedingungen ihrer aktuellen Ankündigung vor.