Die unter dem Decknamen "Vivaldi" geführte ukrainische Militäroperation im Raum Lyman ist in der Lage, die groß angelegten russischen Pläne für einen Vormarsch auf Slawjansk erheblich zu erschweren oder völlig zu vereiteln. Diese Tatsache wird zunehmend auch von pro-russischen Militärbloggern und Analysezentren offen eingeräumt, die eine Verschlechterung der Positionen der Besatzungsarmee in diesem Frontabschnitt feststellen. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) analysiert in seinem neuesten Bericht ausführlich die aktuelle operative Lage und stellt fest, dass die Handlungen der ukrainischen Verteidigungskräfte die strategischen Kalküle des Kremls durchkreuzen.
Hintergrund und Scheitern der Umfassungspläne
Ursprünglich rechnete das russische Kommando damit, eine breite Umfassung des sogenannten Festungsgürtels vonseiten Lymans und Dobropillja durchzuführen. Doch erfolgreiche Aktionen ukrainischer Einheiten im Rahmen der Operation "Vivaldi" blockierten nicht nur diese Absichten, sondern schufen auch eine ernsthafte Bedrohung für die Flanken der anrückenden russischen Gruppierung. Kreml-nahen Bloggern zufolge verschlechtert sich die Lage für die russischen Truppen sowohl bei Lyman als auch in Richtung Slawjansk selbst, wo sich die ukrainischen Streitkräfte bei Dibrowa und Oserne festgesetzt haben und versuchen, den Siwerskyj Donez zu überqueren.
Frontverlauf und ukrainische Gegenangriffe
Ein zusätzlicher Faktor für die Beibehaltung der Initiative durch die ukrainischen Streitkräfte waren erfolgreiche Gegenangriffe in der Nähe des Kanals Siwerskyj Donez – Donbass. Insbesondere üben ukrainische Verteidiger Druck auf die feindlichen Stellungen bei Jurkiwka, Malyniwka und Tychoniwka aus, während die russischen Truppen aufgrund von Schwierigkeiten beim Errichten von Übergängen unter einer schweren Logistikkrise leiden. Darüber hinaus werden aktive ukrainische Operationen im Raum Raj-Oleksandriwka verzeichnet, die den Besatzern den Vorstoß nach Mykolajiwka verwehren, während der ukrainische Militärbeobachter Kostjantyn Maschowez die Unvermeidlichkeit der Beseitigung des russischen Vorsprungs bei Lyman bestätigt.
Innovative Methoden und Einschätzungen von Experten
Es ist erwähnenswert, dass die ukrainischen Streitkräfte bei der Durchführung der Operation "Vivaldi" aktiv technologische Neuerungen einsetzen. So hat das Dritte Armeekorps veraltete sowjetische BTR-60-Schützenpanzer erfolgreich modernisiert und in schwere Kamikaze-Drohnen verwandelt, um die stärksten Befestigungen des Feindes zu zerstören. ISW-Experten betonen, dass der Aufbau einer neuen starken ukrainischen Position in Richtung Slawjansk die Grundlage für eine groß angelegte Offensivoperation in der Zukunft bilden und das Kräfteverhältnis im Donbass grundlegend verändern kann.