Der stellvertretende Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Pawlo Palisa, erklärte, dass Kiew aktiv nach Möglichkeiten sucht, dem markanten verstärkten Angriff aus Russland mit Hilfe von Strahl-Drohnen zu begegnen. Seinen Worten zufolge ist genau dieser Drohntyp es, den die Russen am aggressivsten ausbauen, und deren Zahl werde weiter steigen, da die Besatzer ihre Effektivität auf dem Schlachtfeld erkennen. Palisa betonte, dass die Mittel der Angriffsführung stets den Mitteln der Verteidigung voraus seien, weshalb die Ukraine sich unweigerlich anpassen müsse – ein Prozess, der Zeit in Anspruch nehme.

Verstärkung der Angriffe mit Strahl-Drohnen

Wie der stellvertretende Leiter des Präsidialamts hervorhob, haben die russischen Streitkräfte den Einsatz gerade von Strahl-Drohnen deutlich ausgeweitet, die sich von älteren Modellen durch höhere Geschwindigkeit und die Schwierigkeit der Abfangung unterscheiden. Palisa wies darauf hin, dass der Trend zu einer steigenden Zahl anhält: Der Gegner werde, nachdem er die Effektivität der neuen Waffe bewertet habe, deren Einsatz in großem Umfang fortsetzen. Seiner Einschätzung nach stelle dies für die ukrainische Luftverteidigung eine Aufgabe dar, die keine einmalige, sondern eine systemische Lösung erfordere.

Das Problem mit den Abfang-Drohnen

Der zentrale Punkt der Erklärung Palisas betrifft die Tatsache, dass die in der Ukraine eingesetzten Abfang-Drohnen, die theoretisch die Strahl-Drohnen abschießen sollten, in der Praxis bislang nicht die erwartete Effektivität zeigen. „Die Mittel der Angriffsführung sind stets den Mitteln der Verteidigung voraus. Wir müssen uns zweifellos anpassen. Das wird Zeit in Anspruch nehmen“, erläuterte er. Damit räumt das offizielle Kiew ein, dass eine der vielversprechenden Methoden im Kampf gegen die neuen Drohnen bislang nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hat, und dass sich die politische und militärische Führung dieser Problematik bewusst ist und aktiv nach Lösungen sucht.

Alternative Mittel der Luftverteidigung

Trotz der Probleme mit den Abfang-Drohnen verwies Palisa auf eine Reihe von Mitteln, die seiner Einschätzung nach eine hohe Effektivität im Kampf gegen Strahl-Drohnen zeigen. Dazu zählte er tragbare Flugabwehr-Raketenkomplexe, verschiedene Objekte-Luftabwehrsysteme sowie die Luftwaffe. Dies zeige, dass die ukrainische Seite auf die Kombination mehrerer Luftabwehr-Typen setzt, solange keine einzige universelle Lösung gegen den neuen Drohntyp gefunden wurde.

Die russische Taktik aus Sicht des CPD

Der Kontext der Erklärung Palisas wird durch Daten des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation untermauert. Laut dem Leiter des CPD, Andrei Kowalenko, greifen die Russen bereits seit dem dritten Tag in Folge und in großer Zahl Kiew und die Oblast Kiew mit Strahl-Drohnen an. Dabei starte der Gegner seiner Einschätzung nach keine großen Mengen an Geräten in die Hauptstadt, sondern kleine Wellen, deren Ziel es sei, die Stadt zu lähmen. Kowalenko betonte, dass Russland für massierte Angriffe nicht über die volle Ressourcenausstattung verfüge; die Hauptaufgabe dieser Taktik bestehe darin, die Luftabwehrkräfte zu erschöpfen und die Bevölkerung psychologisch unter Druck zu setzen.

Was kommt als Nächstes

Die Gesamtheit der Erklärungen von Palisa und Kowalenko zeichnet ein Bild, in dem sich die Ukraine in einer Phase der Anpassung an eine neue Qualität der Luftbedrohung befindet. Das Eingeständnis der Ineffektivität eines Teils der vorhandenen Abfangsysteme und der gleichzeitige Fokus auf tragbare FLAK, Objekte-Luftabwehr und Luftwaffe sprechen dafür, dass Kiew die Architektur der Luftverteidigung überarbeitet. Wie im Präsidialamt angemerkt wird, dauern die Suche nach wirksamen Lösungen und die Anpassung an; deren Ergebnis werde die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Luftverteidigung bei fortgesetzter Ausweitung des russischen Bestands an Strahl-Drohnen bestimmen.