Für Millionen von Ukrainern, die eine Auswanderung planen oder bereits im Ausland leben, bleibt die Frage der Zahlung der ukrainischen Rente von kritischer Bedeutung. Das Vorhandensein eines bestätigten Versicherungsdienstjahres in der Ukraine ist jedoch keine absolute Garantie für die Zahlung von Leistungen auf dem Territorium eines anderen Staates. Juristen warnen vor komplexen rechtlichen Nuancen, die Rentner faktisch der finanziellen Unterstützung durch ihre Heimat berauben können.
Ablehnung der Gewährung oder Einstellung der Zahlungen: Was ist der Unterschied?
Laut Kommentaren der Juristin Marina Kamilowa von der Aktiengesellschaft "WINNER PARTNERS" ist es wichtig, zwei grundlegend verschiedene Situationen zu unterscheiden. Die erste ist die Ablehnung der Rente oder ihrer Neuberechnung durch die Pensionskasse bereits bei der Einreichung des Antrags. Die zweite Situation betrifft bereits gewährte Zahlungen, die im Laufe des Bezugs gestoppt oder eingestellt werden können. Als Grund für eine Ablehnung in der Anfangsphase dient häufig das Fehlen eines internationalen Abkommens über soziale Sicherheit mit dem neuen Wohnsitzland oder die Nichteinhaltung der Bedingungen eines bilateralen Abkommens.
Der Faktor internationaler Abkommen und das Prinzip der Proportionalität
Der wichtigste Faktor, der das Schicksal der Rente bestimmt, ist die Rechtsgrundlage. Wenn mit dem Wohnsitzstaat kein entsprechendes Abkommen geschlossen wurde, wird die Rentenzahlung nach der allgemeinen Regel eingestellt. Selbst bei Vorliegen eines Abkommens kann das Prinzip der Proportionalität gelten: Dem Rentner wird nur der Teil der Rente gezahlt, der dem in der Ukraine erworbenen Dienstjahr entspricht. Darüber hinaus sind gesetzlich Beschränkungen für die Neuberechnung und Zahlung bestimmter Rentenarten außerhalb der Ukraine festgelegt, insbesondere spezieller oder bevorzugter Renten.
Das Prinzip der Territorialität und die jährliche Identifizierung
Wenn eine Zahlung bereits bewilligt wurde, kann der Umzug in ein Land, mit dem kein entsprechendes Abkommen besteht, ein Grund für deren Einstellung sein. Ebenso kritisch wichtig ist die obligatorische jährliche physische Identifizierung des Empfängers. Wenn das Abkommen die Rentenzahlung nach dem Prinzip der Territorialität vorsieht, erfolgt die Zahlung durch den Wohnsitzstaat, und die Zahlung aus der Ukraine wird mit dem Erwerb des neuen Status eingestellt. Probleme entstehen auch, wenn der Rentner über eine Statusänderung nicht informiert oder keine bestätigenden Dokumente vorgelegt hat.
Widersprüchliche Daten und versteckte Klauseln
Es gibt die weit verbreitete irrige Annahme, dass das Vorhandensein eines Dienstjahres automatisch eine Rente garantiert. Juristen stellen jedoch fest, dass sich allgemeine Informationen möglicherweise auf die Erhaltung der Rente beim Umzug beziehen, während das konkrete Abkommen eine deutlich engere Liste der abgedeckten Renten vorsieht oder den Verzicht auf die Rente eines anderen Staates verlangt. Ein Vertrag oder Gesetz kann Klauseln enthalten, die die in allgemeinen Quellen beanspruchten Rechte faktisch einschränken. Daher muss vor der Ausreise der vollständige Text des bilateralen Abkommens studiert werden, anstatt sich auf mündliche Beratungen zu verlassen.
Empfehlungen von Experten und alternative Möglichkeiten
Experten raten Rentnern, im Voraus genau zu verstehen, welcher Zahlungsmechanismus in ihrem Fall angewendet wird, in welcher Höhe und in welcher Reihenfolge die Zahlung erfolgen wird. Vor der Einreichung des Antrags müssen offizielle Erläuterungen der Pensionskasse eingeholt werden. Im Kontext der Einkommenssteigerung erinnert die Pensionskasse auch an die Möglichkeit, die Höhe der Zahlungen durch eine Verzögerung der Rentenantragsstellung zu erhöhen: Für jeden vollen Monat der Wartezeit steigt der Betrag um 0,5–0,75 Prozent, was über sechs Jahre eine Zulage von mehr als 50 Prozent ergeben kann.