Im Pentagon wurde offiziell anerkannt, dass die USA in den ersten Monaten des Krieges mit dem Iran eine solche Menge an Munition verbraucht haben, dass dies zu einem strategischen Engpass der Vorräte führte und Schwachstellen in der industriellen Verteidigungsgrundlage aufdeckte. Die entsprechenden Schlussfolgerungen sind in einem Bericht des Generalinspektors des US-Verteidigungsministeriums enthalten, der die Aktionen der US-Streitkräfte bis zum 30. Juni 2026 abdeckt.

Anerkennung des Engpasses durch die Behörden

In einem Interview mit dem unabhängigen Aufsichtsorgan des Verteidigungsministeriums bestätigten Vertreter der Beschaffungsbehörde, dass das Land mit einem Mangel an Munitionsvorräten konfrontiert ist. Laut Bericht arbeitet die Behörde „an der Optimierung der Beschaffungsprozesse und der Produktionsfristen sowie an der Schaffung von Vorräten an kritischen Materialien, Komponenten und bestimmten Munitionstypen für eine schnelle Reaktion im Falle unvorhergesehener Umstände“. Wie Bloomberg anmerkt, stellt das Dokument eine offizielle Bestätigung eines Problems dar, das die Verwaltung zuvor systematisch heruntergespielt hatte.

Umfang der Ausgaben und Verluste

Laut den im Bericht des Generalinspektors genannten Zahlen wurden bis Ende Juni im Zuge des Krieges Munition im Wert von 22,3 Milliarden Dollar verbraucht, während die Gesamtkosten für denselben Zeitraum mehr als 33 Milliarden Dollar betrugen. Das US-Zentrale Kommando teilte dem Inspektor mit, dass die iranischen Streitkräfte „hunderte“ Gebäude und Anlagen auf US-Militärstützpunkten in der Region beschädigt oder zerstört hätten, und diplomatische Vertretungen der USA in vier Ländern erlitten infolge von Angriffen Schäden. Bis Ende Juli kamen im Kampf 11 US-Soldaten ums Leben, weitere sieben starben während der Operation „Epische Wut“ aus nicht kampfbezogenen Gründen; bis Ende Juni wurden mehr als 400 Soldaten im Kampf verwundet.

Widersprüchliche Daten

Zwischen den offiziellen Erklärungen und den Schlussfolgerungen des Aufsichtsorgans besteht ein deutlicher Widerspruch. Der Chef des Weißen Hauses, Donald Trump, hatte wiederholt erklärt, die USA verfügten über „enorme Munitionsvorräte“, von denen es „viel mehr gibt, als Amerika je für einen Krieg verwenden könnte“. Im Juli widerlegte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, die Berichte über die Erschöpfung der militärischen Arsenalen vor dem Hintergrund des Konflikts mit dem Iran direkt und behauptete, die US-Streitkräfte verfügten über alle notwendigen Ressourcen für eine effektive Führung der Kampagne. Gleichzeitig belegt der Bericht des Generalinspektors das Gegenteil – einen strategischen Engpass, und laut WSJ wandte sich das Pentagon bereits im August an die amerikanische Industrie mit der Bitte, die Produktion und die Lieferung von Waffen, einschließlich Munition, die aufgrund des Iran-Kriegs „dringend knapp“ sei, schnell zu steigern. Damit widerspricht die öffentliche Rhetorik von „unerschöpflichen“ Vorräten den internen Bewertungen der Behörde und den Anfragen an die Verteidigungsauftragnehmer.

Reaktion und Zustand der Industriegrundlage

Die Anerkennung des Problems durch das Pentagon zeigt, dass die Intensität des Kampfeinsatzes im Konflikt mit dem Iran die in den Plänen vorgesehenen Reserven überschritten hat. Die Behörde überarbeitet laut eigenen Angaben die Logik der Beschaffung und der Produktionsfristen und bildet strategische Reserven an kritischen Materialien und Komponenten. Die an die Industrie gerichtete Anfrage im August, die von der WSJ dokumentiert wurde, belegt, dass die Wiederherstellung der Vorräte als Aufgabe betrachtet wird, die die Mobilisierung der Verteidigungsproduktionskapazitäten erfordert, und nicht nur eine Anpassung der Logistik.

Kontext und mögliche Folgen

Der veröffentlichte Bericht wird zum ersten systematischen Dokument, in dem das Pentagon offen den Preis des Krieges mit dem Iran in finanzieller und materieller Hinsicht bewertet. Die Gesamverluste von mehr als 33 Milliarden Dollar, die erheblichen Zerstörungen der Infrastruktur auf Stützpunkten und in diplomatischen Missionen sowie der bestätigte Munitionsengpass bilden die Grundlage für eine Überprüfung der strategischen Reserven der USA. Für Washington bedeutet dies, dass gleichzeitig Kampfhandlungen geführt und die Grundlage für die Wiederherstellung der Arsenalen gelegt werden muss, was de facto die Grenzen der Geschwindigkeit anerkennt, mit der die amerikanische Verteidigungsindustrie Verluste in einem langwierigen Konflikt ausgleichen kann.