Der Vorsitzende des Vereinigten Stabschefs der USA, General Dan Caine, erklärte, dass die Streitkräfte des Landes nicht nur auf Kampfhandlungen in der Erdumlaufbahn, sondern auch im Weltraum um den Mond vorbereitet sein müssen. Dies teilte er auf der Konferenz „Air, Space and Cyber“ in National Harbor (Bundesstaat Maryland) mit, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf die Agentur Associated Press berichtet. Die Erklärung kam wenige Tage nachdem Washington erstmals offiziell den Start von Weltraumwaffen in die Umlaufbahn bestätigt hatte – ein Wendepunkt in der amerikanischen Weltraumdoktrin.
Ausweitung der Kontrollzone und die Rolle Chinas
Zusätzliche Erläuterungen zu den verstärkten militärischen Vorbereitungen lieferte der Leiter des US Space Operations Command, Generalleutnant Gregory Guillen. Laut seinen Angaben ist die Ausweitung der Kontrollzone durch die Handlungen potenzieller Gegner, vor allem der Volksrepublik China, bedingt. Guillen betonte, dass Peking 2024 eigene militärische Weltraumeinheiten gebildet hat, die für die operative Reaktion auf Krisensituationen im Weltraum bestimmt sind. Genau diese Schritte erfordern aus Sicht Washingtons eine Überprüfung der geografischen und umlaufbahnbezogenen Rahmenbedingungen der militärischen Ausbildung durch das Pentagon.
Weltraumstreitkräfte: die jüngste Teilstreitkraft der USA
Die Weltraumstreitkräfte sind die jüngste eigenständige Teilstreitkraft der USA, die 2019 während der ersten Amtszeit von Donald Trump gegründet wurde. Trotz der relativ kurzen Existenzdauer demonstriert das Ressort bereits eine rasante Stärkung des Potenzials. Innerhalb der nächsten fünf Jahre plant das Pentagon, die Personalstärke der Weltraumstreitkräfte zu verdoppeln – auf geschätzte 25.000 Personen. Dieses Wachstum der Sollstärke zeigt, dass Washington den Weltraum nicht als unterstützenden, sondern als vollwertigen Kampftheater betrachtet.
Das neue System Meadowlands und der elektromagnetische Kampf
Die US-Weltraumstreitkräfte verfügen bereits über das neue mobile elektromagnetische Kampfsystem Meadowlands. Laut vorliegenden Daten ist das System in der Lage, Kommunikations- und Steuerungskanäle feindlicher Raumfahrzeuge zu blockieren, ohne diese physisch zu zerstören. Das bedeutet, dass das Pentagon auf „weiche“ Methoden zur Neutralisierung des Gegners im Weltraum setzt, was den Eskalationsschwellenwert im Vergleich zu kinetischen Waffen senken kann, jedoch keine vollen Kampfszenarien ausschließt, von denen General Caine sprach.
Position Pekings: gegen die Militarisierung des Weltraums
Als Reaktion auf die Stationierung amerikanischer Waffen in der Umlaufbahn erklärte das Außenministerium der Volksrepublik China, dass Peking konsequent gegen die Stationierung von Waffen, die Militarisierung und ein Wettrüsten im Weltraum eintritt. Damit nehmen die beiden größten Weltraumgroßmächte diametral entgegengesetzte Positionen ein: Washington erklärt offen Kampfszenarien im mondnahen Raum, während Peking die Möglichkeit einer Militarisierung der Umlaufbahn formal ablehnt. Diese Divergenz verstärkt das Risiko von Missverständnissen und Zwischenfällen in einer Situation, in der keine der Seiten über ein transparentes Warnsystem für Weltraummanöver verfügt.