Vizepräsident der USA, JD Vance, hat im Frühjahr und Sommer 2026 im Umweg über die offiziellen Kanäle des Pentagons direkt Kontakt zu amerikanischen Militärbefehlshabern auf dem Nahen Osten, in Europa und in Asien aufgenommen, um eine unabhängige Einschätzung des Verlaufs des Krieges gegen den Iran zu erhalten. Laut Berichten der New York Times, auf die sich RBC-Ukraine beruft, hat er bei diesen Gesprächen noch größere Bedenken geschöpft als die offiziellen Aussagen des Weißen Hauses.
Persönliche Anrufe des Vizepräsidenten
Von Beginn des Konflikts an hatte sich Vance gegen den Krieg ausgesprochen, und Präsident Donald Trump hatte ihm die Aufgabe erteilt, zur Beendigung des Konflikts beizutragen. Genau deshalb wollte der Vizepräsident laut Quellen die individuellen Meinungen der Befehlshaber erfahren, bevor diese in eine einheitliche Position des Pentagons gebündelt wurden. In den Gesprächen wurden die Ziele und Taktik der Operation, die Einschätzung der Verluste, die Aktionen der iranischen Streitkräfte in der Straße von Hormus, deren Anpassungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit der iranischen Regierung gegenüber Angriffen besprochen. Separat forderte Vance detaillierte Berichte über den Zustand der Lagerbestände und darüber, wie der Transport von Waffen in den Nahen Osten die Fähigkeit der USA beeinflusst, China, Russland und Nordkorea einzudämmen.
Ausgepumpte Arsenal: Was die Befehlshaber berichteten
Die Befehlshaber berichteten laut Quellen, dass der Krieg kritisch wichtige Waffenbestände auslaugt, vor allem Patriot-Abfangraketen. Ende des Frühlings blieben auf einem der Kriegsschauplätze angeblich weniger als 100 solcher Einheiten. Betroffen waren auch die Bestände an陆军taktischen Raketenkomplexen mit einer Reichweite von etwa 190 Meilen sowie an hochpräzisen Schlagsraketen, die diese ersetzen sollten. Nach Einschätzung der Militärs sind die Bestände an Schlüssel-Munition auf den niedrigsten Stand in der gesamten Geschichte gesunken.
Strategische Bedenken und die Reaktion Trumps
Nach einer Reihe von Gesprächen entstanden bei Vance laut Quellen tiefe Bedenken hinsichtlich der Gesamtstrategie und der Erfolgsaussichten der Operation. Die Einschätzungen der Befehlshaber zeigten deutlich, auf welche „unglaublichen Leiden“ die iranische Regierung im Kampf um ihr Überleben bereit ist. Vance berücksichtigte diese Erkenntnisse in privaten Gesprächen mit Trump und seinem engsten Umfeld. Der Präsident selbst erhielt laut denselben Angaben bei Briefings des Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabes, Dan Caine, immer mehr Informationen über die angespannte Lage der Bestände und die Widerstandsfähigkeit der iranischen Streitkräfte, was ihm anfangs schwer zu glauben war. In privaten Gesprächen kritisierte Trump die Medien scharf, die über die Reduzierung der Bestände berichteten, und nannte die Journalisten „Verräter“. Nach solchen Veröffentlichungen wurden Berichten zufolge Dutzende hochrangiger Offiziere des Pentagons von Regierungsuntersuchern auf dem Lügendetektor geprüft, und einige Beamte befürchteten, dass dies China und Russland ein Signal der Schwäche der USA sendet.
Widersprüchliche Daten
Hier weichen die Versionen der Seiten und Quellen deutlich voneinander ab. Einerseits hat Donald Trump erst kürzlich erklärt, dass der Krieg gegen den Iran möglicherweise bereits im November, unmittelbar nach den Zwischenwahlen in den USA, beendet sein könnte, und dass die Benzinpreise im Land daraufhin резко fallen würden. Andererseits berichtete die WSJ, dass hochrangige Beamte des Weißen Hauses mit dem Präsidenten einen Szenario diskutierten, in dem der Konflikt bis zum Ende seiner Präsidentschaft andauern könnte, da der Iran trotz des US-Drucks weiter Widerstand leisten könne. Damit stimmen die öffentliche Prognose des Weißen Hauses über ein baldiges Kriegsende und die internen Einschätzungen derselben Administration über einen langwierigen Konflikt in den Zeitrahmen nicht überein. Eine weitere Diskrepanz betrifft den Ton: Die offiziellen Erklärungen Washingtons betonen die Kontrollierbarkeit der Operation, während die privaten Einschätzungen der Militärs laut NYT-Berichten ein Bild kritischer Auszehrung der Arsenal zeichnen.
Position Vances zu den Schlüsselfragen
Die öffentlichen Aussagen des Vizepräsidenten stimmen im Großen und Ganzen mit seiner Rolle als „Beender“ des Konflikts überein. Laut vorliegenden Angaben erklärte Vance, das Hauptziel der USA im Krieg gegen den Iran seien niedrige Öl- und Gaspreise für die Amerikaner, und dass Washington nicht beabsichtige, 150.000 Soldaten in den Iran zu entsenden. Außerdem erklärte er, der Iran habe die USA versichert, dass er nicht beabsichtige, für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus Gebühren zu erheben. Diese Aussagen ergänzen das Bild, in dem die Administration versucht, den militärischen Druck mit der Suche nach einer Lösung des Konflikts zu verbinden.
Die Gesamtheit dieser Meldungen deutet auf eine wachsende Kluft zwischen der öffentlichen Rhetorik des Weißen Hauses und den internen Einschätzungen der Militärs hin. Für Kiew und andere Verbündete bleibt die entscheidende Frage: Inwieweit können die Auszehrung der amerikanischen Arsenal und eine mögliche Verlängerung des Iran-Krieges die Fähigkeit der USA beeinflussen, in anderen Regionen Abschreckung aufrechtzuerhalten, sowie das Volumen der Unterstützung für die Verbündeten.