Das US-Verteidigungsministerium hat einen strategischen Vertrag im Wert von 20,7 Milliarden US-Dollar mit dem Rüstungskonzern RTX Corp. (Raytheon-Sparte) unterzeichnet. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer Verlängerungsoption von zwei weiteren Jahren und sieht eine fast Verdoppelung der Produktion von Luft-Luft-Raketen, insbesondere modernen AMRAAM-Raketen, vor. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund massiver Belastungen der militärischen Logistik.

Ursachen des Mangels und Ausmaß der Ausgaben

Dem Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS) zufolge haben die aktiven Militäroperationen gegen den Iran zu einer massiven Plünderung der Arsenale geführt. In nur zwei Monaten verbrauchte Washington ein Drittel seiner vorhandenen Tomahawk-Marschflugkörper (über 1.000 Einheiten) und fast die Hälfte seiner Patriot-Flugabwehrraketen höchster Kategorie. Experten betonen, dass das aktuelle Produktionstempo nicht mit dem Munitionsverbrauch Schritt halten kann.

Widersprüchliche Daten

Während offizielle Erklärungen des Pentagons die Wirksamkeit der Multimilliarden-Verträge und die Umstellung der Rüstungsbetriebe auf den Rund-um-die-Uhr-Betrieb betonen, verweisen unabhängige Analysten und Berichte des Wall Street Journal auf tiefgreifende strukturelle Probleme. Trotz geplanter Produktionszahlen von bis zu 1.000 Raketen jährlich sind die tatsächlichen Kapazitäten auf rund 400 Einheiten beschränkt, und die vollständige Wiederauffüllung der Bestände wird mindestens drei Jahre dauern.

Geopolitische Konsequenzen

Der rasche Verbrauch von Präzisionswaffen birgt ernsthafte Risiken für die globale Sicherheit der USA. Analysten warnen, dass entleerte Bestände während des Nahostkonflikts Washingtons strategische Position in anderen kritischen Regionen wie dem asiatisch-pazifischen Raum und Taiwan schwächen könnten, wo Systeme wie AMRAAM und Patriot einen essenziellen Schutzschild bilden.