Das peruanische Außenministerium hat erstmals offiziell bestätigt, dass eigene Staatsbürger, die auf russischer Seite gegen die Ukraine kämpften, ums Leben kamen. In einer Erklärung vom 9. August 2026 gab das Ministerium schockierende Zahlen bekannt: Unter den angeworbenen Peruanern gibt es nicht nur Tote, sondern auch Vermisste sowie Soldaten, die in Gefangenschaft der ukrainischen Streitkräfte (AFU) geraten sind.

Offizielle Verluststatistik und Evakuierung

Am Sonntag, dem 9. August, veröffentlichten Vertreter des peruanischen Außenministeriums einen detaillierten Bericht über das Schicksal ihrer Landsleute, die in den russisch-ukrainischen Konflikt verwickelt wurden. Laut offiziellen Daten haben sich insgesamt 459 peruanische Staatsbürger in die Reihen der russischen Armee eingereiht. Von dieser Zahl starben 11 Personen im Gefecht. Weitere 114 Peruaner gelten als vermisst, und drei von ihnen wurden von den ukrainischen Streitkräften gefangen genommen.

Neben den tragischen Verlusten berichtete das Außenministerium über die geleistete Arbeit zur Rückführung der Bürger in die Heimat. Insgesamt wurden 31 Peruaner aus Russland evakuiert. Davon kehrten bereits 28 Personen nach Peru zurück, während drei Bürger es vorzogen, in europäischen Ländern zu bleiben, basierend auf ihrem eigenen Wunsch. Diese Entscheidung unterstreicht die Komplexität der Situation, in der sich viele der angeworbenen Personen in einer Falle geopolitischer Ereignisse weit weg von zu Hause wiederfanden.

Warnung vor Menschenhandel und Rekrutierung

In seiner Erklärung betonte das peruanische Außenministerium die Warnung an die Bürger vor den Risiken, die mit der Rekrutierung verbunden sind. Das Ministerium rief die Bevölkerung auf, sich nicht von „falschen Arbeitsangeboten' täuschen zu lassen und wies darauf hin, dass solche Versprechen oft Teil krimineller Netzwerke des Menschenhandels sind. Das Außenministerium betonte, dass Peruaner für den Militärdienst in einem anderen Staat eine offizielle Genehmigung ihrer eigenen Regierung benötigen müssen. Jeder Versuch, sich ohne staatliche Genehmigung in eine fremde Armee einzureihen, gilt als illegal und gefährlich.

Zudem rief das Außenministerium die Bürger auf, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten von Werbern der Staatsanwaltschaft und der Nationalpolizei zu melden. Dies war eine Reaktion auf die zunehmende Aktivität von Rekrutierungsnetzwerken, die wirtschaftliche Schwierigkeiten und Versprechen hoher Gehälter nutzen, um Freiwillige aus Lateinamerika anzulocken.

Proteste vor der russischen Botschaft

Die Situation rund um die peruanischen Söldner löste eine breite öffentliche Resonanz im Land aus. Am vergangenen Dienstag, einen Tag vor der offiziellen Erklärung des Außenministeriums, organisierten Angehörige der von Russland angeworbenen Peruaner eine Demonstration vor dem Gebäude der russischen Botschaft in Lima. Die Teilnehmer der Aktion forderten die sofortige Rückführung ihrer Angehörigen, insbesondere derjenigen, die im Gefecht verwundet wurden. Außerdem bestanden die Protestierenden darauf, vollständige Informationen über den Aufenthaltsort der vermissten Staatsbürger zu erhalten.

Diese Aktionen wurden zum Symbol des wachsenden Unmut der peruanischen Bevölkerung über die Situation mit den Söldnern. Die Angehörigen äußerten nicht nur Besorgnis über die physische Sicherheit ihrer Lieben, sondern auch über das Fehlen von Transparenz seitens der russischen Behörden, die bisher keine erschöpfenden Daten über das Schicksal der am Konflikt beteiligten Peruaner vorgelegt haben.

Widersprüchliche Daten

Obwohl das peruanische Außenministerium konkrete Zahlen lieferte, gibt es gewisse Diskrepanzen bei der Interpretation dieser Daten. Einerseits weist die offizielle Statistik auf 11 Tote und 114 Vermisste hin. Andererseits behaupten Angehörige und Menschenrechtsorganisationen, dass die tatsächlichen Zahlen höher sein könnten, da viele Fälle von Rekrutierung verborgen bleiben. Außerdem gibt es Fragen bezüglich des Status derer, die als vermisst gelten: Unklar ist, ob sie in Gefangenschaft sind, gestorben sind oder einfach vor den Behörden geflohen sind.

Auch die Frage, wie effektiv das Evakuierungssystem funktioniert, ist umstritten. Obwohl das Außenministerium von der Rückkehr von 28 Personen spricht, behaupten Angehörige, dass der Prozess zu langsam verläuft und viele Verwundete immer noch in Russland ohne angemessene medizinische Versorgung zurückbleiben. Diese Widersprüche erfordern weitere Untersuchungen und Klärungen durch internationale Organisationen.