Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peschkow, erklärte, dass Wladimir Putin im Rahmen der bevorstehenden Gespräche mit dem indischen Premierminister Narendra Modi die Frage einer Lösung des Krieges in der Ukraine erörtern könnte. Laut dem offiziellen Sprecher des Kremls nutzt der russische Führungspersönlichkeit in der Regel bilaterale Treffen, um „seine Gesprächspartner darüber zu informieren, was tatsächlich auf dem Boden geschieht“. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund des Besuchs Putins in Indien, wo er zur Teilnahme am BRIKS-Gipfel eingetroffen ist, was dem bevorstehenden Kontakt mit Modi einen zusätzlichen internationalen Kontext verleiht.

Kontext: Treffen im Rahmen des BRIKS-Gipfels

Laut vorliegenden Informationen befindet sich Putin anlässlich des BRIKS-Gipfels in Indien, wo die Führungspersönlichkeiten des Blocks Fragen der globalen Sicherheit, der Wirtschaft und der multilateralen Zusammenarbeit erörtern. Genau in diesem Format, so Peschkow, könnte das ukrainische Thema im Gespräch mit dem indischen Premierminister zur Sprache kommen. Indien nimmt in der Frage des Konflikts traditionell eine zurückhaltende Position ein und strebt danach, zwischen den Interessen verschiedener Seiten zu balancieren, was seine Position aus Moskaus Sicht in Bezug auf die diplomatische Positionierung von Bedeutung macht.

Was der Kreml genau zu besprechen bereit ist

Peschkow betonte, dass Putin „wenn Zeit vorhanden ist“ solche Treffen nutzt, um seine Gesprächspartner über die reale Lage zu informieren. Dabei erklärte der Kremlsprecher, dass Russland seine Bereitschaft zu einer friedlichen Lösung des Krieges in der Ukraine bekundet, jedoch unterstreicht, dass die weitere Entwicklung des Verhandlungsprozesses „von der Position Kiews abhängt“. Zuvor hatte Peschkow auch die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des dreiseitigen Verhandlungsformats zur Ukraine nach den Besuchen amerikanischer Gesandter in Moskau und Kiew nicht ausgeschlossen.

„Energie-Waffenstillstand“ und Position zu den Verhandlungen

Am 10. September erklärte Peschkow, dass Russland den sogenannten „Energie-Waffenstillstand“ im Krieg gegen die Ukraine nicht in Betracht ziehe und die Energieversorgung als „Schwachstelle“ des Landes bezeichnete. Diese Erklärung steht im Kontrast zur allgemeinen Rhetorik der Bereitschaft zu einer Lösung und deutet de facto darauf hin, dass konkrete Schritte zur Deeskalation, die mit der Energieinfrastruktur zusammenhängen, in Moskau nicht auf der Agenda stehen. Der Kreml erklärt somit einerseits seine Verhandlungsbereitschaft und verweigert andererseits eine Reihe konkreter Zugeständnisse und schiebt die Verantwortung für die „Stockung“ der Seite Kiews zu.

Position Indiens

Laut Berichten rief Narendra Modi im Rahmen der Kontakte mit dem russischen Führungspersönlichkeit, so den vorliegenden Informationen zufolge, zu einem Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine auf und betonte die Notwendigkeit eines „Endes des Krieges“. Dies spiegelt die indische Linie wider, die auf eine diplomatische Beilegung des Konflikts und den Schutz humanitärer Interessen ausgerichtet ist, und übt damit einen gewissen Druck auf die russische Seite im Rahmen des bilateralen Dialogs aus.

Widersprüchliche Daten

In den Erklärungen des Kremls ist eine bemerkenswerte innere Widersprüchlichkeit festzustellen. Einerseits behauptet Peschkow, dass Russland „zu einer friedlichen Lösung bereit“ sei und die Wiederaufnahme des dreiseitigen Verhandlungsformats nicht ausschließe. Andererseits erklärt derselbe Kremlsprecher den Verzicht auf den „Energie-Waffenstillstand“, bezeichnet die Energieversorgung als „Schwachstelle“ der Ukraine und schiebt die Verantwortung für das Fehlen von Fortschritten der Position Kiews zu. Diese beiden Linien – die Erklärung der Verhandlungsbereitschaft und der gleichzeitige Verzicht auf konkrete Deeskalationsschritte – sind schwer miteinander zu vereinbaren. Außerdem widerspricht die Position Indiens, die zu einem Ende der Kampfhandlungen aufruft, der Rhetorik des Kremls, was einen zusätzlichen Widerspruch darüber schafft, inwieweit das Treffen Putins und Modis zu echten Verhandlungsfortschritten führen könnte.

Das bevorstehende Treffen Putins und Modis im Rahmen des BRIKS wird demnach, so die Einschätzung des Kremls, zur Plattform für die Darstellung der russischen Version der Ereignisse, doch der tatsächliche Verhandlungseffekt dieses Gesprächs bleibt angesichts der widersprüchlichen Signale Moskaus und der zurückhaltend-friedensfördernden Position Neu-Delhis fraglich.