Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peschow, erklärte in einem Interview mit der Zeitung „Iswestija“, dass Moskau seine Offenheit für den Verhandlungsprozess zur ukrainischen Regelung aufrechterhält und in absehbarer Zeit ein neues dreiseitiges Treffen mit der Teilnahme Russlands, der Ukraine und der USA abhalten hofft. Seinen Worten zufolge wurde die entsprechende Vereinbarung bereits mit den amerikanischen Verhandlungsführern besprochen. Dies berichtet RBC-Ukraine.
„Absehbare Zeit“ und die Bedingungen Moskaus
„Wir behalten unsere Offenheit für Verhandlungen bei. Wir hoffen, dass wir, wie es mit den amerikanischen Verhandlungsführern gesagt wurde, bereits in absehbarer Zeit erneut zu dritt zusammenkommen und den Dialog fortsetzen können“, zitiert RBC-Ukraine Peschow. Dabei betonte der Sprecher des Kremls, dass es „schwer“ sei, mögliche Ergebnisse eines solchen Treffens vorherzusagen, da „die Lage vor Ort für die Ukrainer jedes Mal schlechter werde“, wie er bewertete. Peschow erinnerte auch daran, dass die Position Russlands und seine Bedingungen „gut bekannt“ seien und die von der russischen Seite genannten „Ursachen des Konflikts“ beseitigt werden müssten.
Treffen Putin und Trump in China: Keine finale Entscheidung
Zur Möglichkeit eines persönlichen Treffens Wladimir Putins mit Donald Trump auf chinesischem Gebiet teilte Peschow mit, dass es dazu derzeit keine endgültigen Vereinbarungen gebe. Zuvor, wie RBC-Ukraine erinnert, war bereits berichtet worden, dass Putin, Trump und Xi Jinping über ein mögliches Treffen verhandeln: Peschow nannte damals einen ungefähren Zeitrahmen und Ort, jedoch wurde keine finale Entscheidung getroffen. Besonders wurde darauf hingewiesen, dass Trump bereit sei, sich mit Putin zu treffen, aber bestimmte Forderungen im Zusammenhang mit der Position der Ukraine stelle.
Position Kiews und die Rolle Selenskyjs
Auf die Frage nach möglichen Versuchen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die Position Trumps vor einem potenziellen Treffen der beiden Führer zu beeinflussen, erklärte Peschow, dass der amerikanische Präsident „eine eigene Vorstellung von den Beziehungen zu Putin“ habe, die „wohl kaum jemand korrigieren“ könne. Vor diesem Hintergrund erschienen in der ukrainischen Presse Berichte, wonach Selenskyj seinerseits eigene Vorstellungen über Format und Ort des nächsten dreiseitigen Treffens der Ukraine, der USA und Russlands geäußert habe, was auf eine Divergenz in den Bewertungen der Seiten hinsichtlich der Bedingungen und des Ortes des Dialogs hinweist.
Widersprüchliche Daten
In den Aussagen der Seiten lassen sich eine Reihe von Unstimmigkeiten feststellen. Einerseits behauptet Peschow, dass die Vereinbarung über ein neues dreiseitiges Treffen „bereits mit den amerikanischen Verhandlungsführern besprochen“ und „in absehbarer Zeit“ stattfinden werde, was den Eindruck einer Annäherung an ein konkretes Format erwecke. Andererseits räumt derselbe Kremlsprecher offen ein, dass es zur Frage eines persönlichen Treffens Putins und Trumps in China „derzeit keine endgültigen Vereinbarungen“ gebe und die Ergebnisse des Dialogs „schwer“ vorherzusagen seien. Außerdem operiert die ukrainische Seite (unter Berufung auf Selenskyj) mit eigenen Vorschlägen zum Ort des Treffens, während der Kreml den Schwerpunkt auf die „Ursachen des Konflikts“ legt, die, Peschows Formulierung zufolge, „beseitigt werden“ müssten, bevor ein vollständiger Dialog fortgesetzt werden kann. Somit wird zwar die Absicht, die Verhandlungen fortzusetzen, von beiden Seiten bestätigt, doch bleiben die konkreten Parameter – Zeitrahmen, Ort, Agenda und Bedingungen – Gegenstand unterschiedlicher Auslegungen.
Kontext: Warum der Kreml den Ansatz der USA als „neu“ bewertet
RBC-Ukraine hatte zuvor gesondert darüber berichtet, dass der Kreml mit Zufriedenheit auf den Wechsel des Tons im Ansatz Washingtons zu den Ukraine-Verhandlungen reagiert habe. Laut dem Medium interpretiert die russische Seite die aktuelle Rhetorik der amerikanischen Administration als konstruktiver im Vergleich zur vorherigen Phase. Dennoch, wie Peschow im aktuellen Interview betont, sei man einem echten Wandel im Format und Inhalt des Treffens noch weit entfernt: weder das Datum, noch der Ort, noch die endgültige Zusammensetzung der Teilnehmer des dreiseitigen Formats seien derzeit offiziell festgelegt.