Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte am Donnerstag, dem 24. August 2026, dass der Kreml die Absicht Großbritanniens, der Ukraine geheime Informationen über britische Komponenten für die Langstreckenraketen SCALP zur Verfügung zu stellen, „extrem negativ“ aufgenommen habe. Nach seinen Worten „schürt London damit methodisch und regelmäßig den Konflikt“ und spinnt Intrigen, die darauf abzielen, den Friedensprozess zu torpedieren. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund, dass die britische Regierung dem Rüstungsunternehmen MBDA erlaubt hatte, vertrauliche Informationen über britische Bauteile, die in dieser Rakete verwendet werden, offenzulegen.

Drohungen mit Schlägen gegen Betriebe

Separat betonte Peskow, dass der russische Geheimdienst bereits damit befasst sei, Standorte in der Ukraine zu identifizieren, an denen nach Moskaus Angaben solche Waffen hergestellt oder zusammengebaut werden könnten. „Die russischen Streitkräfte führen entsprechende Arbeit durch und erhalten Daten, um die Produktionsstätten solcher Raketen und anderer Ausrüstung zu ermitteln, und treffen Maßnahmen zur Zerstörung der entsprechenden Objekte“, erklärte der Kreml-Sprecher. Damit hat Moskau faktisch die Absicht bekannt gegeben, Schläge gegen ukrainische Betriebe zu führen, die mit der Produktion von Langstreckenwaffen verbunden sind.

Vorwürfe der „direkten Beteiligung“ am Krieg

Wie üblich warf Peskow London vor, auf der Seite Kiews direkt am Krieg beteiligt zu sein. „Großbritannien beteiligt sich an diesem Krieg auf der Seite des Kiewer Regimes, es schürt methodisch und regelmäßig den Konflikt und spinnt zudem methodisch und regelmäßig Intrigen, um jeden Fortschritt im Friedensprozess zu verhindern“, erklärte er. Der Kreml betrachte die Übermittlung technischer Dokumentation nach seinen Worten als Versuch, jegliche Bemühungen um eine friedliche Lösung zu sabotieren.

Reaktion Londons

Der britische Premierminister Andy Burnham reagierte prompt auf die Vorwürfe des Kremls, sein Land „schüre den Krieg Russlands“. „Wer hat das Feuer entfacht? Das ist doch die Frage, oder?“, merkte er an und legte die Verantwortung für die Eskalation auf Moskau. Die Reaktion Londons war eine öffentliche Demonstration davon, dass Großbritannien nicht von seinem Kurs der Unterstützung Kiews abrücken will, einschließlich der Übermittlung von Technologien und Daten im Zusammenhang mit Langstreckenwaffen.

Kontext: Was sind SCALP und Storm Shadow?

Die Rakete SCALP ist die französische Version der britischen Storm Shadow; beide Systeme nutzen gemeinsame französische und britische Technologien. Genau deshalb wurde die Übermittlung von Daten über britische SCALP-Komponenten an Kiew zum Anlass für eine scharfe Reaktion im Kreml: Nach Moskaus Logik bedeutet dies, dass die westlichen Staaten sich nicht auf die Lieferung fertiger Munition beschränken, sondern die ukrainische Seite in die Wartung und potenziell in die lokale Produktion von Langstreckenwaffen einbinden. Vor diesem Hintergrund klingen Peskows Aussagen über die Suche und Zerstörung der entsprechenden Objekte in der Ukraine wie eine direkte Warnung vor einer Erweiterung der Geographie der Schläge.