Im August 2026 traten in der Ukraine umfassende Änderungen im Rentenrecht in Kraft, die darauf abzielen, eines der drängendsten sozialen Probleme der letzten Jahre zu lösen – die Bestätigung der Versicherungsjahre für Millionen von Bürgern. Das neue Gesetz verändert den Ansatz bei der Rentenfestsetzung grundlegend und verlagert die Last der Beweissammlung vom Rentner auf den Staat. Die Pensionskasse der Ukraine (PFU) ist nun verpflichtet, Daten über Versicherungsjahre in staatlichen Registern eigenständig zu überprüfen und bei deren Fehlen die Suche nach Dokumenten einzuleiten.

Der Staat sucht Versicherungsjahre statt der Bürger

Das Wesen der Neuerung liegt in einem Paradigmenwechsel: Während der Bürger früher selbst Bescheinigungen von seinen Arbeitsplätzen „herausschlagen' musste und dabei oft auf bürokratische Hürden stieß, geht die Initiative nun von der Kasse aus. Laut Michail Zymbaliuk, dem Ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses der Werchowna Rada für soziale Politik und Schutz der Rechte von Veteranen, funktioniert der Mechanismus schrittweise. Zuerst überprüft die PFU die Informationen in den elektronischen staatlichen Registern. Wenn die Daten dort nicht ausreichen, muss die Kasse dem Bürger erklären, welche Dokumente genau benötigt werden, und bei deren Zusammenstellung behilflich sein. Dies ist besonders relevant für Menschen, deren Archive im Verlauf der Kampfhandlungen zerstört wurden.

Erhaltung der Versicherungsjahre aus besetzten Gebieten

Die Gesetzgeber haben besonderes Augenmerk auf Menschen gelegt, die aus vorübergehend besetzten Gebieten zurückkehren, sowie auf Arbeitnehmer von Unternehmen, die zerstört wurden oder unter der Kontrolle des Gegners verblieben. „Eine große Anzahl ehemaliger Arbeitnehmer kann ihre Arbeitsjahre aufgrund des Verlusts von Dokumenten nicht bestätigen. Mit diesem Gesetz haben wir die Pensionskasse verpflichtet, den Menschen bei der Suche nach den erforderlichen Dokumenten zu helfen', betonte Zymbaliuk. Selbst wenn ein Unternehmen physisch nicht mehr existiert, übernimmt der Staat die Verantwortung für die Wiederherstellung der Rechte seiner Bürger auf soziale Sicherung.

Die Meldung des Arbeitgebers als Beweis für Versicherungsjahre

Ein wichtiger Aspekt der Reform war die Lösung des Problems „schwarzer' Löhne und fehlender Beiträge. Der Abgeordnete erklärte: Wenn der Arbeitgeber den einheitlichen Sozialbeitrag nicht gezahlt hat, aber dennoch eine Meldung über die Arbeit der Person und die Lohnzahlung an die Pensionskasse eingereicht hat, muss dieser Zeitraum als Versicherungsjahr angerechnet werden. Diese Neuerung schützt Arbeitnehmer vor unredlichem Verhalten von Arbeitgebern, die zwar Beiträge nicht gezahlt, den Mitarbeiter aber offiziell im Personalbestand geführt haben könnten. Dieser Ansatz wird Millionen von Ukrainern ermöglichen, ihr Rentenrecht zu behalten, ohne Arbeitsjahre aufgrund von Fehlern oder Umgehungen durch Unternehmen zu verlieren.

Neue Unterstützungsmechanismen: Von Mäzenatentum bis zu speziellen Zuschlägen

Neben der Vereinfachung der Bestätigung von Versicherungsjahren entwickeln sich in der Ukraine im Jahr 2026 aktiv alternative Unterstützungsmechanismen für ältere Menschen. Der Mechanismus der sogenannten „Mäzenatenrente' funktioniert – die Möglichkeit für Bürger und Unternehmen, Geld direkt an einen bestimmten Rentner über das Portal der Pensionskasse zu überweisen. Dies schafft einen transparenten Kanal für Wohltätigkeit, der Zwischenhändler umgeht. Darüber hinaus können einige Ukrainer einen speziellen Zuschlag zur Rente für besondere Verdienste um die Ukraine erhalten. Im Jahr 2026 variiert die Höhe dieser Zahlung je nach Kategorie des Empfängers zwischen 596,85 und 908,25 Griwna monatlich, was eine wichtige Form der Anerkennung der Verdienste von Veteranen und öffentlichen Persönlichkeiten darstellt.