Artem Konik, Generaldirektor von Philip Morris Ukraine, sprach auf der TECHNOVATION-Konferenz, die am 27. Oktober im Rahmen des 12. Kiewer Internationalen Wirtschaftsforums stattfand, über die umfassende digitale Transformation des Unternehmens. Seinen Angaben zufolge hat Philip Morris eine eigene digitale Plattform entwickelt, die den Informationsaustausch mit Handelspartnern in der gesamten Ukraine automatisiert und operative Fragen aus der Ferne löst — auch in Regionen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko. Konik betonte, dass das Unternehmen noch vor fünf bis sieben Jahren nicht über Instrumente verfügte, die eine derart schnelle Interaktion mit dem Einzelhandelsnetz gewährleisteten, während die mobile App heute die direkte Kommunikation mit mehr als 25.000 Verkaufsstellen unterstützt — von Lwiw bis zur Region Charkiw nahe der Frontlinie.

Automatisierte Regalüberwachung: Kameras statt Vertriebsmitarbeiter

Ein Schlüsselelement der digitalen Plattform ist die automatisierte Überwachung der Warenauslage in den Geschäften. In zahlreichen Verkaufsstellen wurde spezielle Ausrüstung installiert, die alle 15 Minuten die Regale mit Produkten des Unternehmens fotografiert. Stellt das System das Fehlen von Produkten fest, sendet es automatisch eine Benachrichtigung an den Verkäufer, der die Verfügbarkeit prüfen und die Auslage auffüllen kann. Konik wies darauf hin, dass früher zur Regalprüfung regelmäßig Vertriebsmitarbeiter in die Geschäfte geschickt werden mussten. Die Einführung der Automatisierung hat die Anzahl physischer Besuche erheblich reduziert, was laut dem Generaldirektor besonders in Regionen relevant ist, in denen die Anwesenheit von Mitarbeitern eingeschränkt ist oder eine Gefahr darstellt.

Digitalisierung als Instrument für die Sicherheit der Mitarbeiter

«Für uns ist Digitalisierung nicht nur eine Frage der Effizienz und Ressourcenoptimierung. Während des Krieges ist sie zu einem Instrument für die Sicherheit der Mitarbeiter und die Gewährleistung der Geschäftskontinuität geworden», erklärte Konik. Seinen Worten zufolge ermöglichen digitale Lösungen Philip Morris, den Betrieb auch dort aufrechtzuerhalten, wo die physische Anwesenheit von Personal unmöglich oder gefährlich ist. Auf diese Weise hat das Unternehmen einen Teil der operativen Funktionen vom Offline- auf den digitalen Kanal verlagert, wodurch die Zahl der Geschäftsreisen von Vertriebsmitarbeitern in Risikogebiete verringert wurde.

Künstliche Intelligenz im Kundenservice

Die digitale Transformation von Philip Morris umfasst nicht nur die B2B-Interaktion mit dem Einzelhandel, sondern auch den Service für Endverbraucher. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz, um die Bedürfnisse der Nutzer vorherzusagen und festzustellen, wann elektronische Geräte gewartet oder ausgetauscht werden müssen. Laut Konik bearbeiten das Contact Center und der Chat des Unternehmens jährlich rund 2,8 Millionen Verbraucheranfragen und -kontakte, während die Dienstleistungen fast 1 Million Lieferungen ermöglichen. Diese Zahlen zeigen, dass digitale Kanäle für Philip Morris in der Ukraine zum wichtigsten Instrument des Kundenservice geworden sind.

Kontext: TECHNOVATION und das Kiewer Internationale Wirtschaftsforum

Die TECHNOVATION-Konferenz fand am 27. Oktober 2026 in Kiew im Rahmen des 12. Kiewer Internationalen Wirtschaftsforums statt. Die Veranstaltung wurde von der Diia.City Union unter Beteiligung von über 250 Vertretern staatlicher Strukturen sowie der ukrainischen und internationalen Wirtschaft organisiert. Zu den Hauptthemen des Forums gehörten der Schutz von Unternehmen vor Kriegsrisiken, der Fachkräftemangel und die Unterstützung der Wirtschaft angesichts des anhaltenden Konflikts. Koniks Rede fügte sich in den allgemeinen Kontext der Diskussion darüber ein, wie Unternehmen ihre Betriebsmodelle an die Kriegsbedingungen anpassen, indem sie kritische Prozesse in eine digitale Umgebung verlegen.

Es ist auch erwähnenswert, dass Philip Morris in Ukraine zuvor die nationale Arbeitgeberrangliste angeführt hat, was auf eine nachhaltige Strategie des Unternehmens zur Bindung und Entwicklung des Humankapitals hinweist, selbst unter erheblichen äußeren Einschränkungen. Die von Konik vorgestellte digitale Plattform ist die logische Fortsetzung dieser Strategie: Die Automatisierung routinemäßiger Prozesse ermöglicht es, menschliche Ressourcen auf Aufgaben zu konzentrieren, die direkte Präsenz und Entscheidungsfindung erfordern.