In der Ukraine bricht eine neue Welle von Cyberbetrug aus; diesmal haben sich die Täter das Vertrauen in einen der größten Logistikbetreiber des Landes – „Nova Poshta“ – als Ziel ausgesucht. Nutzer erhalten massenhaft gefälschte E-Mails, in denen sie mit angeblichen Verstößen in der Berichterstattung und Bedrohungen durch Steuerprüfungen eingeschüchtert werden.
Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine offizielle Erklärung des Unternehmens im Telegram-Kanal. Das Ziel der Kampagne ist es, vertrauliche Daten zu erpressen oder die Geräte der Opfer durch Anhänge mit Schadsoftware zu infizieren.
Angriffsszenario: Psychologischer Druck
Kyberkriminelle nutzen ein bewährtes Schema der Social Engineering. In E-Mails, die den offiziellen Schriftverkehr imitieren, wird von angeblich entdeckten Fehlern in der finanziellen oder steuerlichen Berichterstattung des Empfängers berichtet. Um den Menschen zu impulsivem Handeln zu bewegen, erzeugen die Betrüger ein künstliches Gefühl der Dringlichkeit.
Das Szenario sieht wie folgt aus:
- Die E-Mail enthält eine Drohung mit dem Beginn einer Steuerprüfung.
- Dem Opfer wird nahegelegt, den Anhang sofort zu öffnen, um „Korrekturen“ in den Dokumenten vorzunehmen.
- Der Ton der Nachricht ist bedrückend und fordert zu sofortigen Maßnahmen auf, ohne die Möglichkeit zur Überprüfung der Informationen.
„Nova Poshta“ dementiert die Urheberschaft solcher Nachrichten kategorisch. Das Unternehmen betonte, dass weder es noch andere Unternehmen der NOVA-Gruppe E-Mails mit solchem Inhalt versenden. Die offizielle Kommunikation mit Kunden basiert niemals auf Drohungen oder der Forderung nach sofortigem Öffnen von Dateien.
Wie man eine Fälschung erkennt
Der Hauptindikator für Betrug ist die Absenderadresse. Alle offiziellen Benachrichtigungen von „Nova Poshta“ stammen ausschließlich von firmeneigenen Domains. Jegliche Abweichungen in der Schreibweise der Adresse, die Nutzung kostenloser E-Mail-Dienste oder verdächtige Domains sollten als Warnsignal dienen.
Experten des Unternehmens und Cybersicherheitsspezialisten empfehlen, sich an folgende Sicherheitsregeln zu halten:
- Keine E-Mails von unbekannten Absendern öffnen, auch wenn das Thema wichtig erscheint.
- Nicht auf Links klicken, die Zweifel aufkommen lassen.
- Angeschlossene Dateien (Archive, Dokumente) aus ungeprüften E-Mails niemals ausführen.
Was tun, wenn Sie bereits auf den Köder hereingefallen sind
Wenn ein Nutzer versehentlich einen verdächtigen Anhang geöffnet oder auf einen Link geklickt hat, muss er so schnell wie möglich handeln, um den Schaden zu minimieren. Der Aktionsalgorithmus in einer solchen Situation ist einfach, aber kritisch wichtig:
- Sofort die Passwörter für alle wichtigen Konten (E-Mail, Banken, soziale Netzwerke) ändern.
- Die Liste der aktiven Sitzungen in den Diensten überprüfen und alle unbekannten Verbindungen beenden.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für E-Mail, Bank-Apps und Messenger aktivieren.
Bei Erhalt einer solchen E-Mail sollte diese sofort als Spam markiert und gelöscht werden. „Nova Poshta“ gab bekannt, dass ihre Abteilung für Cybersicherheit bereits aktiv an der Blockierung dieser Phishing-Kampagne arbeitet und mit Providern sowie einschlägigen Behörden zusammenarbeitet, um die Aktivitäten der Täter einzuschränken.
Kontext: Aktualisierung der digitalen Plattform
Es ist erwähnenswert, dass „Nova Poshta“ in letzter Zeit tatsächlich seine digitalen Dienste aktiv aktualisiert. Das Unternehmen kündigte zuvor den schrittweisen Verzicht auf die erste Version der mobilen App an, die seit 2012 verwendet wurde. Die Nutzer werden auf eine neue Plattform mit erweitertem Funktionsumfang umgestellt, und die Unterstützung der alten App wird vollständig eingestellt. Diese technischen Änderungen haben jedoch nichts mit dem Versenden von E-Mails mit Drohungen von Steuerprüfungen zu tun.
Das Unternehmen ruft die Kunden auf, wachsam zu bleiben und sich strikt an die Cybersicherheitsrichtlinien zu halten, um nicht Opfer von Betrug zu werden.