Artem Pivovarov erlaubte sich während seines Konzertauftritts in Vinnzytsia eine ironische Bemerkung, die auf die viel diskutierte Aussage von Nastia Kamenskyh über die ukrainische Sprache und Gesundheitsprobleme anspielte. Der Witz des Musikers, der mitten während der Darbietung eines gemeinsamen Songs mit der Sängerin fiel, löste Gelächter im Saal aus und wurde zu einem Thema für lebhafte Diskussionen in den sozialen Medien. Dies berichtet das Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) unter Verweis auf ein Video, das auf dem TikTok-Konto „Pivovarov.portal.fan“ veröffentlicht wurde.
Konzert in Vinnzytsia und der Song „Tam u topoli“
Der Musiker war mit einem Solo-Konzert nach Vinnzytsia gekommen. Während der Darbietung des Tracks „Tam u topoli“, den Pivovarov 2022 gemeinsam mit Nastia Kamenskyh veröffentlicht hatte, rief der Künstler dem Publikum zu, lauter mitzusingen. Genau in diesem Moment erinnerte er an die jüngste Geschichte der Sängerin und verknüpfte sie mit den Themen Gesundheit und Sprache. „Na, Vinnzytsia! Nur nicht sagen, dass bei Ihnen eine Zyste ist!“, scherzte Pivovarov, sich an das Publikum wendend. Anhand der Reaktion des Saals lässt sich schließen, dass das Publikum den Witz positiv aufnahm: Im Saal brach Gelächter aus, und unter dem TikTok-Video hinterließen Fans zahlreiche zustimmende Kommentare.
Kontext: Kamenskyhs Aussage im Interview mit Gordeeva
Anlass für Pivovarovs Witz war die viel diskutierte Aussage von Nastia Kamenskyh, die sie im Interview der russischen Journalistin Ekaterina Gordeeva getätigt hatte. Die Sängerin erzählte von ihrer Erfahrung beim Wechsel zur ukrainischen Sprache und erklärte, dass sie nach etwa einem halben Jahr ausschließlich auf Ukrainisch gesprochen zu haben, ihre Stimme verloren habe und angeblich eine Zyste bei ihr festgestellt worden sei. Kamenskyh berichtete zudem, dass ihr eine Psychologin geraten habe, zum Russischen zurückzukehren, da der Körper das Ukrainische angeblich „nicht akzeptiere“. „Ich bin auf die ukrainische Sprache umgestiegen und habe ein halbes Jahr ausschließlich auf Ukrainisch gesprochen. Und, stell dir vor, bei mir ist eine Zyste aufgebrochen, und ich habe meine Stimme verloren“, sagte die Künstlerin im Interview.
Reaktion der Gesellschaft und die Doppeldeutigkeit der Position der Sängerin
Gleichzeitig nannte Kamenskyh in demselben Interview die ukrainische Sprache schön und erklärte, dass ihrer Meinung nach die Ukraine auf Ukrainisch sprechen sollte. Sie betonte auch, dass sie selbst entscheiden wolle, in welcher Sprache sie kommuniziere und singe. Gerade diese Doppeldeutigkeit — die Anerkennung des Wertes der ukrainischen Sprache bei gleichzeitiger Verknüpfung mit Gesundheitsproblemen und dem Rat, „zum Russischen zurückzukehren“ — löste eine Welle sarkastischer Reaktionen in den ukrainischen sozialen Medien aus. Die Aussage der Sängerin war in dem vorangegangenen Zeitraum eine der am meisten diskutierten im ukrainischen Medienraum, und Pivovarovs Witz beim Konzert in Vinnzytsia wurde im Wesentlichen zu einer öffentlichen Reaktion der Künstlergemeinschaft auf diese Debatte.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Quellen fehlen direkte faktische Widersprüche in Daten oder Zahlen: Das Konzert fand statt, der Witz fiel, das Video wurde veröffentlicht. Allerdings ist anzumerken, dass die Geschichte von Kamenskyh selbst einen inneren Widerspruch enthält, auf den Beobachter hinweisen: Die Sängerin behauptet einerseits, dass die ukrainische Sprache „schädlich“ für ihre Gesundheit sei und dass eine Psychologin ihr geraten habe, zum Russischen zurückzukehren, und erklärt andererseits, dass die Ukraine auf Ukrainisch sprechen solle und dass sie selbst entscheiden wolle, in welcher Sprache sie singe. Weder eine medizinische Bestätigung der Diagnose „Zyste“ noch ein Kommentar der Psychologin noch eine unabhängige Verifikation der Chronologie der Ereignisse (genau ein halbes Jahr auf Ukrainisch) werden in den bereitgestellten Materialien angeführt. Somit bleibt die Aussage von Kamenskyh ihre subjektive Erzählung, und Pivovarovs Witz ist eine öffentliche Reaktion auf diese Erzählung, nicht auf einen medizinisch bestätigten Fakt.
Reaktion des Publikums und Bedeutung des Vorfalls
Pivovarovs Witz beim Konzert in Vinnzytsia wurde zu einer Illustration dafür, wie öffentliche Aussagen von Künstlern über Sprache und Gesundheit schnell zu Memes und Anlässen für Ironie in der Konzertszene werden. Die Reaktion des Saals und die Welle zustimmender Kommentare unter dem TikTok-Video belegen, dass ein erheblicher Teil des Publikums die Bemerkung als angemessen und zeitgemäß aufnahm. Der Vorfall zeigt auch, dass das im Interview von Kamenskyh angesprochene Thema im ukrainischen Medienraum weiterhin aktuell bleibt und sich nicht auf die Rahmen eines einzigen Interviews beschränkt, sondern in den lebendigen Konzertalltag und die Diskussionen in den sozialen Medien übergeht.