Am Dienstag, dem 25. August, zeigte Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) auf der vierten Etappe der Vuelta a España 2026 sein Markenzeichen – eine frühe Soloattacke in den Bergen – und verwandelte sie in einen klaren Sieg. Der slowenische Fahrer wartete nicht auf die Entscheidung in den letzten Kilometern: Etwa 50 km vor dem Ziel löste er sich von der Hauptgruppe der Gesamtfavoriten und behielt seinen Vorsprung bis zum Ziel in Andorra la Vella. Die Etappe war die erste wirklich bergige Prüfung der diesjährigen Vuelta: Die 104,8 km lange Distanz mit mehreren schwierigen Anstiegen war genau für Fahrer wie Pogačar gemacht.
Soloattacke und Siegerzeit
Pogačar bewältigte die Bergdistanz in 2 Stunden 40 Minuten 35 Sekunden. Der nächstbeste Verfolger, der Belgier Jarno Widar vom Team Lotto Intermarché, wurde Zweiter und verlor 2 Minuten 39 Sekunden auf den Sieger. Dritter wurde Félix Gall von Decathlon CMA CGM. Ein Rückstand von mehr als zweieinhalb Minuten auf einer so kurzen Bergetappe unterstreicht, wie kontrolliert der Slowene nach seinem Ausreißversuch die Rennen beherrschte und den Rivalen keine realen Chancen auf eine Aufholjagd ließ.
Rotes Trikot und Gesamtwertung
Der Sieg auf der vierten Etappe ermöglichte es Pogačar, die Gesamtwertung der Vuelta 2026 anzuführen und das rote Trikot des Führenden anzuziehen. Sein Hauptkonkurrent, Landsmann Primož Roglič, liegt nun 3 Minuten 21 Sekunden zurück. Auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung liegt der Spanier Enric Mas, der 11 Sekunden auf Pogačar zurückliegt. Damit besitzt der Führende nach der vierten Etappe einen komfortablen Zeitvorsprung auf beide Hauptkonkurrenten, auch wenn noch mehr als zwei Wochen Rennen und die schwierigsten Bergetappen vor ihm liegen.
Widersprüchliche Angaben
In den Quellen gibt es eine Unstimmigkeit darüber, wann genau Pogačar in der Führung der Gesamtwertung lag. Laut Sport RBC.UA, das sich auf die offizielle Website der Vuelta stützt, eroberte der Slowene das rote Trikot der Führung genau auf der vierten Etappe, also besaß er es zuvor nicht. Gleichzeitig berichtete RFI, das den Rennstart am 24. August erwähnte, dass Pogačar bereits nach den ersten beiden Etappen in der Gesamtwertung führt. Das ergibt zwei Versionen: Entweder behielt der Slowene ununterbrochen die Führung seit Rennbeginn und zementierte sie auf der vierten Etappe nur, oder er verlor das Trikot auf der dritten Etappe und holte es sich auf der vierten zurück. Die offizielle Chronologie des Führungswechsels zwischen der zweiten und der vierten Etappe wird in den vorliegenden Materialien nicht aufgeklärt, daher bedarf die genaue Dynamik des roten Trikots einer zusätzlichen Überprüfung.
Der Weg zum „Triple“
Für Pogačar hat die diesjährige Vuelta eine besondere Bedeutung. Der am 21. September 1998 geborene Slowene, der für UAE Team Emirates fährt, gewann bereits fünfmal die Tour de France und einmal das Giro d’Italia, doch der Titel der Vuelta fehlt noch in seiner Sammlung. Bei einem Gesamtsieg würde er nur der neunte Radfahrer in der Geschichte sein, dem alle drei Grand Tours untertan waren. Pogačar kehrte erstmals seit 2019 nach Spanien zurück: Damals debütierte er bei der Vuelta, gewann drei Etappen und beendete das Rennen auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Seitdem ist sein Ruf als Fahrer, der von weitem angreifen und einen enormen Vorsprung herausfahren kann, einer der bestimmenden im Welt-Radsport.
Was weiter: Fünfte Etappe und Gesamtbild des Rennens
Die Vuelta a España 2026 startete am 22. August in Monaco und endet am 13. September in Granada; das Rennen besteht aus 21 Etappen mit einer Gesamtlänge von etwa 3275 km und ist der dritte, abschließende Grand Tour der Männer-Saison nach dem Giro d’Italia und der Tour de France. Die fünfte Etappe findet am Mittwoch, dem 26. August, statt: Die Fahrer gehen von Falset nach Rocafort und bewältigen etwa 173 km hügelige Distanz. Diese Etappe wird weniger bergig als die vorherige sein, aber mit einer Reihe von Anstiegen und Abfahrten, was sowohl Bedingungen für Ausreißer als auch für das Sprintsprint-Gruppenrennen schafft. Vor Pogačar steht nun das Hauptziel – erstmals in seiner Karriere die Vuelta zu gewinnen und die Sammlung der Siege auf den drei wichtigsten Etappenrennen der Welt zu vervollständigen.