Der slowenische Radprofi Tadej Pogačar, der Führende in der Gesamtwertung der Vuelta a España 2026, musste das Rennen nach einem schweren Massensturz auf der achten Etappe verlassen. Der Sportler wurde in ein Krankenhaus in Barcelona gebracht, wo ihm nach medizinischen Untersuchungen ein Bruch des siebten Halswirbels (C7), ein Schlüsselbeinbruch und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurden. Über seinen Gesundheitszustand und die weiteren Behandlungsschritte informierte der Fahrer selbst, indem er aus dem Krankenhausbett ein kurzes Video zu dem Song „Stayin' Alive“ veröffentlichte.

Chronologie des Sturzes auf der achten Etappe

Der Vorfall ereignete sich im Süden der Provinz Valencia, rund 32–33 Kilometer vor dem Ziel der Etappe, die in Herrera endete. Pogačar, der sich in einer führenden Position befand, geriet als Erster in den Pulk: Sein Fahrrad wurde in die Massenkollision hineingezogen, woraufhin auch andere Fahrer der Gruppe stürzten. Trotz der Verletzung versuchte der Slowene, weiterzufahren, stürzte jedoch bald erneut. Schließlich musste er das Rennen aufgeben und in einen Rettungswagen steigen. Vor dieser Etappe lag Pogačar in der Gesamtwertung souverän in Führung und hatte auf den nächsten Verfolger einen Vorsprung von 3 Minuten und 50 Sekunden – ein Polster, das er unter anderem nach seinem klaren Sieg auf der vierten Etappe ausgebaut hatte.

Diagnose: Brüche und Gehirnerschütterung

Die Erstuntersuchung in der nächsten medizinischen Einrichtung ergab schwere Verletzungen. Beim Fahrer wurde ein Bruch des siebten Halswirbels (C7) festgestellt, den die Ärzte als stabil einstufen, sowie ein Schlüsselbeinbruch, der einer Operation bedarf. Zusätzlich wurde beim Sportler eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Gerade diese letzte Verletzung war der Grund für die vorübergehende Verschiebung der Schlüsselbeinoperation: Vor der Narkose und dem chirurgischen Eingriff muss die Gehirnerschütterung vollständig abklingen.

Weg nach Barcelona und Behandlung

Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde Pogačar auf einer Trage und im Rettungswagen auf einer Strecke von rund 350 Kilometern nach Barcelona gebracht, wo seine weitere Behandlung erfolgen soll. Laut spanischen Medienberichten könnte die Schlüsselbeinoperation noch am selben Tag oder am Montag stattfinden. Die Hauptaufgabe der Ärzte in der aktuellen Phase ist die Stabilisierung des Fahrers und die vollständige Abklingphase der Gehirnerschütterung, woraufhin die endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt des chirurgischen Eingriffs getroffen wird.

Widersprüchliche Angaben

In den Berichten verschiedener Medien gibt es Unstimmigkeiten in den Details. Erstens wird die Distanz zum Ziel zum Zeitpunkt des Sturzes unterschiedlich angegeben: In den meisten Quellen liegt sie bei etwa 33 Kilometern, während der Sender RTVE den Sturz auf die 32-Kilometer-Marke vor der Ziellinie datiert. Zweitens wird die Aufzählung der Verletzungen in einzelnen Beiträgen anders formuliert: Während einige Medien und der Fahrer selbst von einem Bruch des Halswirbels, einem Schlüsselbeinbruch und einer Gehirnerschütterung sprechen, beschreiben andere Medien die Verletzungen als Schulter- und Gesichtsverletzungen. Eine einheitliche, in allen Quellen übereinstimmende Version der Verletzungsliste existiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht, weshalb die genaue Diagnose als vorläufig bestätigt gelten muss, bis ein offizielles medizinisches Gutachten vorliegt.

Was kommt als Nächstes: Rekonvaleszenzzeit

Die Frage nach der Rekonvaleszenzzeit von Pogačar und einem möglichen Start in der aktuellen Saison bleibt offen. Team und Ärzte nennen keine konkreten Rückkehrtermine und betonen, dass die vollständige Genesung Vorrang hat. Der Verlust des Führenden in der Gesamtwertung auf der achten Etappe verändert die Kräfteverhältnisse bei der Vuelta 2026 grundlegend, und der Kampf um das rosa Trikot wird sich nun auf die verbleibenden Favoriten verteilen.

Reaktion des Fahrers und der Fans

Trotz der Schwere der Lage versuchte Pogačar, die Fans zu beruhigen: Aus dem Krankenhausbett veröffentlichte er ein kurzes Video zu den Klängen des Hits „Stayin' Alive“, was von den Anhängern als Zeichen des Optimismus aufgenommen wurde. Auf den Zeremonien und Präsentationen der Vuelta in Barcelona war der Slowene zuvor im rosa Trikot des Gesamtführenden mit den Regenbogenstreifen des amtierenden Weltmeisters aufgetreten, was seinen Status als einer der Hauptfavoriten des Rennens vor dem tragischen Sturz unterstrich.