Polnische Nachrichtendienste und Diplomaten haben von der belarussischen Seite eine beunruhigende Warnung vor einem geplanten Terroranschlag auf polnischem Gebiet erhalten. Die Informationen über einen möglichen Angriff wurden von Diplomaten aus Minsk an den amtierenden Botschafter Polens, Krzysztof Ożga, übermittelt. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski bestätigte den Erhalt des Signals und betonte, dass Warschau dies mit größter Ernsthaftigkeit behandelt.
Ermittlungen begannen vor 12 Stunden
Laut Sikorski begann die Überprüfung der Informationen vor etwa zwölf Stunden und dauert bis heute an. „Wir nehmen jede Warnung vor Terrorismus ernst und prüfen sie', so der Minister. Der Sprecher des Ministers für die Koordinierung der Nachrichtendienste Polens, Jacek Dobrzyński, fügte hinzu, dass die Strafverfolgungsbehörden alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, jedoch Details der operativen Arbeit nicht offengelegt werden.
Die Version der belarussischen Sicherheitskräfte
Laut dem belarussischen Außenministerium ist der potenzielle Täter ein Mann, der in Belarus bereits wegen mehrerer Straftaten verurteilt wurde. Die Sicherheitsbehörden behaupten, dass er kürzlich seinen Aufenthaltstitel und zusätzlichen Schutz in Polen verloren hat. Als Motiv für den Angriff wird Rache gegen eine Aktivistin genannt, die dem Täter zufolge „nicht genug getan hat', um seinen offiziellen Status zu erhalten. Das Hauptziel des Angriffs sind laut der belarussischen Version die minderjährigen Kinder dieser Aktivistin.
Politischer Hintergrund und hybride Bedrohungen
Analysten weisen darauf hin, dass Formulierungen wie „Straftaten' in Belarus oft zur Verfolgung politischer Gegner des Regimes von Alexander Lukaschenko verwendet werden. Es gibt die Theorie, dass die Weitergabe solcher Informationen durch die belarussischen Behörden darauf abzielt, die Aufmerksamkeit der polnischen Geheimdienste auf Vertreter der belarussischen Opposition zu lenken, die in Warschau Zuflucht gefunden haben.
Aufgrund ständiger hybrider Bedrohungen durch Russland wird in Polen ein Gesetz über den „Kriegsvorbereitungsstatus' ausgearbeitet. Der neue rechtliche Mechanismus soll der Armee zusätzliche Befugnisse noch vor der offiziellen Erklärung von Kampfhandlungen gewähren. Polnische Beamte sind überzeugt, dass Russland keine Ressourcen für einen direkten militärischen Angriff hat, jedoch weiterhin Sabotageakte und Provokationen gegen europäische Länder vorbereitet. In Warschau wird angenommen, dass die Offenlegung der Pläne des Kremls dazu beitragen wird, den Aggressor einzudämmen, da Wladimir Putin keine Mittel für einen Angriff auf Polen hat.