Der nächtliche russische Angriff auf die westlichen Regionen der Ukraine in der Nacht zum 13. September 2026 zwang Polen, Kampfjets in die Luft zu starten. Laut dem Operativen Kommando der Streitkräfte Polens operierten einige russische Drohnen und trafen Ziele in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze, was Warschau veranlasste, die Lage als „echte und unmittelbare“ Bedrohung einzuschätzen. Dabei, wie das Kommando betonte, wurde kein direkter Verstoß gegen den polnischen Luftraum festgestellt.
„Echte und unmittelbare“ Bedrohung an der Grenze
Der Sprecher des Operativen Kommandos der Streitkräfte Polens, Oberstleutnant Jacek Goryszewski, erläuterte, dass während des russischen Angriffs einige Drohnen operierten und Ziele trafen, die sich in wenigen, in einigen Richtungen in mehreren Dutzend Kilometern vom polnischen Staatsgebiet entfernt befanden. Genau diese Nähe der Schläge zur Staatsgrenze sei, so der Offizier, der Grund für die Einschätzung der Lage als „echte und unmittelbare“ Bedrohung für das Land gewesen.
Vier Stunden in der Luft und Sirenen in zwei Woiwodschaften
Rund vier Stunden nach Beginn des Angriffs meldete das polnische Operative Kommando den Einsatz der Militärfliegerei als Reaktion auf die Aktivität russischer Strahl-Drohnen, die das ukrainische Staatsgebiet angriffen. Die Kampfjets operierten im polnischen Luftraum, und um 10:00 Uhr war die Operation abgeschlossen. Im Zuge der Luftoperation versandte das staatliche Sicherheitszentrum eine Warnung vor einer Luftbedrohung an die Bewohner der Woiwodschaften Lublin und Podkarpacie: In sechs Kreisen der Woiwodschaft Lublin galt für mehrere Dutzend Minuten eine Warnung vor einem möglichen Luftangriff, und Sirenen heulten.
Alarmierende Geräusche in der Woiwodschaft Lublin
Im Zuge des Angriffs erhielt die polnische Polizei eine Meldung über eine mögliche Explosion in der Woiwodschaft Lublin. Die Strafverfolgungsbehörden fuhren zu zwei Ortschaften – Szczecin im Kreis Krasnystaw und Stoechin Pierwszy im Kreis Janów – wo sie versuchten, die Quelle der alarmierenden Geräusche zu ermitteln, aber nichts feststellen konnten. Im System DORSZ wurde vermutet, dass das laute Geräusch von den Kampfjets verursacht worden sein könnte, die während der Luftoperation die Schallmauer durchbrachen.
Die Grenze blieb unangetastet
Trotz der Nähe der russischen Schläge zur polnischen Grenze wurde kein direkter Verstoß gegen den Luftraum des Landes festgestellt. Am Morgen des 13. September führten russische Kräfte einen Schlag in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze in Jahodyn aus, was die Aufmerksamkeit der polnischen Militärs für die Lage an der Westgrenze der Ukraine zusätzlich erhöhte.
Widersprüchliche Angaben
Was genau das Ziel des Morgenschlages in Jahodyn war, darüber gehen die Angaben der Quellen auseinander. In den sozialen Medien hatte sich zuvor die Information über einen direkten Treffer auf den Grenzübergang „Jahodyn“ verbreitet. Der Sprecher der Staatlichen Grenzschutzagentur Andrej Demtschenko widerlegte diese Angaben und erklärte, dass der Grenzübergang selbst nicht getroffen wurde. Die „Ukrzaliznytsia“ teilte ihrerseits mit, dass der russische Angriff auf die Lokomotive eines Personenzuges gerichtet war, die sich etwa zwei Kilometer von der Grenze zu Polen befand. Somit bleibt die Frage nach dem genauen Ziel und dem Schadensumfang in der Nähe von Jahodyn Gegenstand der Klärung.