Am 15. Oktober Ortszeit kündigte der US-amerikanische demokratische Abgeordnete Ritchie Torres seine Absicht an, einen Gesetzentwurf namens Power To The Players Act in das Repräsentantenhaus einzubringen. Die Initiative zielt darauf ab, das Recht der Verbraucher zu verankern, die von ihnen gekauften Videospiele zu besitzen und sie weiter zu spielen, selbst wenn der Publisher den Support für das Projekt einstellt. Zum Zeitpunkt der Ankündigung befindet sich das Dokument im Stadium einer Absichtserklärung: Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss es offiziell in die Geschäftsordnung eingebracht, in Ausschüssen diskutiert und im Kongress verabschiedet werden. Dennoch hat allein die Tatsache von Torres' öffentlicher Erklärung bereits ein breites Echo in der Gaming-Community ausgelöst, wo das Thema digitaler Besitz seit langem eines der am meisten diskutierten ist.
Drei Säulen und die Rolle der FTC
Der Ankündigung zufolge beauftragt das Gesetz die US-Handelskommission (FTC) mit der Ausarbeitung konkreter Regeln zum Schutz der Rechte von Käufern digitaler Spiele. Dem Dokument liegen drei Kernanforderungen zugrunde, die bestimmen sollen, wie Publisher und Stores mit gekauften Kopien umzugehen haben. Torres betont, dass die FTC ein Mandat zur Schaffung eines regulatorischen Rahmens erhalten wird, der das Eigentumsrecht an digitalen Inhalten real und nicht deklarativ macht. Dies bedeutet, dass die Regulierungsbehörde sicherstellen muss, dass Nutzungsbedingungen nicht zu einem Instrument der einseitigen Enteignung eines bereits bezahlten Produkts werden.
«Miete als Kauf getarnt»
In seiner Rede kritisierte Torres die aktuellen Zustände auf dem Markt für digitale Spiele scharf. Wenn ein Mensch für ein Spiel bezahlt habe, müsse es ihm gehören, so Torres: Er habe das Recht, es zu spielen und an andere weiterzugeben. Ein gekauftes, aber potenziell jederzeit abschaltbares Spiel bezeichnete der Kongressabgeordnete als «Miete als Kauf getarnt». Seiner Überzeugung nach dürfen gekaufte Spiele keine temporäre Lizenz sein: Sie müssen auch lange nach dem Ende der Entwicklungs- oder Supportphase durch das Unternehmen verfügbar bleiben. Diese Rhetorik spiegelt den wachsenden Unmut von Spielern wider, die zunehmend damit konfrontiert werden, dass ihre digitalen Bibliotheken ohne ihre Zustimmung entwertet werden.
Server werden abgeschaltet — Spiele sterben
Derzeit schreiben die meisten Stores und Publisher in ihren Nutzungsbedingungen ausdrücklich vor, dass der Spieler nicht das Spiel selbst, sondern nur das Recht zu dessen Nutzung erwirbt. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen Online-Spiele ihre Server abschalten und die gekaufte Kopie nicht einmal mehr gestartet werden kann. Aus diesem Grund fordern Spieler lauthals den Schutz ihrer Rechte und die Garantie, auch nach Serverabschaltungen weiterzuspielen. Jede solche Geschichte — von massiven Abschaltungen von Multiplayer-Diensten bis hin zur vollständigen Einstellung des Supports für einzelne Titel — verstärkt die öffentliche Nachfrage nach legislativem Eingreifen und macht Torres' Initiative aktueller denn je.
Offline-Modus als Präzedenzfall
Dass ein Offline-Modus nach Serverabschaltung technisch machbar ist, demonstriert anschaulich NBA 2K25: Das Spiel kann auch nach Abschaltung der Online-Komponenten offline gespielt werden. Diesen Beispiel nutzen Torres und die Befürworter der Initiative als Beweis dafür, dass die Forderung nach Gewährleistung der Zugänglichkeit eines gekauften Spiels keine Utopie, sondern ein voll und ganz realisierbarer technischer Standard ist. Wenn einer der größten Sporttitel ohne Serverinfrastruktur funktionieren kann, dann muss, so die Logik der Initiatoren, ein ähnlicher Ansatz für alle digitalen Produkte verbindlich werden, die ein Verbraucher mit eigenen Mitteln erwirbt.
Wie es weitergeht
Derzeit bleibt der Power To The Players Act eine Absichtserklärung. Damit er zu einem geltenden Gesetz wird, muss das Dokument den vollständigen Gesetzgebungszyklus durchlaufen: offizielle Einbringung in das Repräsentantenhaus, Prüfung in den zuständigen Ausschüssen, öffentliche Anhörungen, Abstimmung und gegebenenfalls Zustimmung im Senat. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden in den kommenden Monaten bekannt werden, doch die Tatsache, dass der Kongressabgeordnete diese Initiative öffentlich übernommen hat, setzt bereits einen neuen Ton für die Diskussion über digitale Rechte in den USA und könnte die Politik der Publisher beeinflussen, noch bevor das Gesetz verabschiedet wird.