Der Ukrainische Windenergieverband und der Solarenergieverband der Ukraine haben die nationale Energieregulierungsbehörde NKREKP offiziell aufgefordert, die maximalen Preisobergrenzen (Price Caps) auf dem Strommarkt auf 18.000 UAH pro MWh anzuheben. Diese Initiative ist eine Reaktion auf wachsende systemische Risiken und die dringende Notwendigkeit, den Energiemarkt an die schwierigen Bedingungen der kommenden Heizperiode anzupassen.
Kern der Initiative und regulatorische Haltung
Im Entwurf der NKREKP-Verordnung ist vorgesehen, das Preislimit im Day-Ahead- und Intraday-Markt bei 15.000 UAH/MWh und im Regelenergie- bzw. Ausgleichsmarkt bei 17.000 UAH/MWh zu belassen. Die EE-Verbände halten diese Grenzen jedoch für unzureichend, da sie eine marktkonforme Preisbildung verhindern und Investitionen in neue flexible Erzeugungskapazitäten hemmen.
Marktsignale und Kapazitätsdefizite
Branchenexperten weisen darauf hin, dass die aktuellen Obergrenzen nicht mehr den wirtschaftlichen Realitäten entsprechen. Im September erreichte der Preis auf dem Ausgleichsmarkt in zahlreichen Stunden das zulässige Maximum von 17.000 UAH/MWh. Insbesondere vom 8. bis 10. September lagen die Preise in den Morgen- und Abendspitzen bei 100 % des geltenden Limits.
Auswirkungen auf EU-Importe und Erzeugung
Zuvor hatten Wirtschaftsverbände wie das Internationale Handelskomitee der Ukraine erklärt, dass niedrige Obergrenzen sowohl den Stromeinfuhren aus der EU als auch dem Betrieb gasbefeuerter Regelerzeugung schaden. Auch der Arbeitgeberverband des Brennstoff- und Energiekomplexes der Ukraine forderte eine Überprüfung vor Beginn der Heizperiode.