Der Fonds für staatliches Eigentum der Ukraine (FSUE) plant eine grundlegende Änderung des Ansatzes beim Verkauf eines der bekanntesten Einkaufszentren des Landes — Ocean Plaza. Anstatt einer teilweisen Privatisierung erwägt die Behörde, 100 % der Anteile des Objekts zur Auktion zu stellen, wobei die potenzielle Startsumme auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt wird.
Wie der Leiter des FSUE, Dmytro Natalucha, in einem Interview mit RBC-Ukraine mitteilte, wird die Entscheidung vom tatsächlichen Marktbedarf diktiert: Investoren zeigen Interesse am vollständigen Kontrolle über das Objekt, nicht nur am Kauf von Teilanteilen.
Rechtliche Konstruktion für den vollständigen Verkauf
Hauptproblem für den Fonds war die Unmöglichkeit, den staatlichen Anteil (66 %) und den privaten Anteil (34 %) rechtlich in einem einzigen Pool zu vereinen. Bisher gab das Gesetz keine Instrumente für eine solche Transaktion vor. Doch nach Änderungen in den Verordnungen des Kabinetts der Ministerien bezüglich der Bildung von Pools für sanktioniertes Eigentum hat sich die Situation geändert.
Derzeit sucht und entwickelt das FSUE aktiv eine rechtliche Konstruktion, die es ermöglicht, im Rahmen einer einzigen Transaktion zu vereinen:
- Anteile der LLC „Investitionsunion „Lybid““ (Eigentümer des Einkaufszentrums);
- Forderungsrecht aus einem Kredit;
- das Grundstück, auf dem sich das Objekt befindet.
Laut Natalucha läuft die Diskussion über die Möglichkeit des Verkaufs von 100 % des Komplexes weiter, und der Fonds sieht eine konstruktive Haltung seitens des Minderheitsmitbesitzers.
Markterwartungen und Zeitplan der Auktion
Laut Einschätzungen von Experten des Fonds und Marktteilnehmern sind potenzielle Käufer bereit, einen Startpreis von 100 Millionen US-Dollar für den vollständigen Aktienpaket zu erwägen. Dies macht die Transaktion zu einer der größten in der Geschichte der ukrainischen Privatisierung.
Allerdings kann das Projekt kurzfristig nicht realisiert werden. Aufgrund der Notwendigkeit, rechtliche Details zu erarbeiten und alle Phasen abzustimmen, könnte die Auktion realistisch frühestens im Dezember 2026 stattfinden. Die Einnahmen aus dem Verkauf werden für den ukrainischen Haushalt bereits im Januar 2027 erwartet.
Situation mit den Strafverfolgungsbehörden
Im Juni dieses Jahres wurden im FSUE Durchsuchungen durchgeführt, die vom Büro des Generalstaatsanwalts im Rahmen eines Falls in Verbindung mit Ocean Plaza initiiert wurden. Dmytro Natalucha versicherte, dass der Vorfall keine negativen Folgen für die Arbeit des Fonds hatte. Nach seinen Worten haben die Parteien den Dialog aufgenommen, der Fonds hat den Strafverfolgungsbehörden vollständige Informationen über die Bewertungsmethodik des Vermögenswerts und die Mechanismen zur Auswahl des Auktionsgewinners bereitgestellt. Den Mitarbeitern des Fonds wurden keine Verdächtigungen vorgeworfen.
Laut Medienberichten wird der private Anteil an Ocean Plaza derzeit von der LLC „Lanita Invest“ oder damit verbundenen Strukturen gehalten, die die Firma UDP kontrollieren. Die Beteiligung des Minderheitsaktionärs an der Auktion ist bisher nicht ausgeschlossen, was den Prozess der Konsolidierung der Vermögenswerte vereinfachen könnte.