Der Kommandeur des 1. Nationalgardekorps der Ukraine, Brigadegeneral Denys Prokopenko (Rufzeichen „Redis“), hat sich in einer öffentlichen Erklärung zu den kontroversen Ereignissen in Petropawliwskaja Borschtschahiwka bei Kiew geäußert. Seinen Angaben zufolge dient die Informationskampagne, die um diesen Vorfall herum entfacht wurde, den Interessen der russischen Seite und zielt darauf ab, die Lage im Inneren der Ukraine zu destabilisieren. Prokopenko betonte, dass sich alle Einheiten des Korps – Bataillone, Regimenter und Brigaden – an vorderster Front befinden und rund um die Uhr Kampfeinsätze durchführen, während er selbst sich ständig zusammen mit dem Personal an der Front aufhält.
Informationsdruck als Werkzeug des Gegners
Im Mittelpunkt der Erklärung des Asow-Kommandeurs steht die These, dass das Geschehen im Informationsraum rund um das Thema Petropawliwskaja Borschtschahiwka „alle Wünsche der Russen erfüllt“. Seiner Einschätzung nach ist Moskau daran interessiert, die ukrainische Gesellschaft und die Streitkräfte zu spalten, die Situation im Land zu destabilisieren und das Image des ukrainischen Militärs zu beschmutzen. Prokopenko brachte dies mit einer umfassenderen Logik der Informationsbeeinflussung in Verbindung, bei der im Hinterland Situationen geschaffen werden, die seiner Überzeugung nach dem Feind von Nutzen sein können.
Aufruf: Die Front verteidigen oder im Hinterland unterstützen
Der Korpskommandeur unterteilte die Bürger in jene, die den Verteidigungskräften dienen oder sie unterstützen, und jene, die sich seiner Ansicht nach im Hinterland mit „Sabotage“ und der Diskreditierung des ukrainischen Militärs befassen. „In dieser Situation muss man entweder das Land an der Front verteidigen oder der Front im Hinterland helfen, anstatt Provokationen zu inszenieren und dem Feind in die Hände zu spielen“, erklärte er. Prokopenko erinnerte zudem daran, dass das Korps „Asow“ die Ukraine bereits seit 13 Jahren verteidigt, und erklärte, er werde nicht zulassen, „dass irgendjemand die Ehre der ukrainischen Armee beschmutzt“.
Kontext: Was in Petropawliwskaja Borschtschahiwka geschah
Am 2. November versammelten sich Anwohner vor einem Privathaus in Petropawliwskaja Borschtschahiwka. In den sozialen Medien tauchten Berichte auf, wonach in dem Keller des Hauses angeblich Männer festgehalten wurden, die ihre militärischen Einheiten unerlaubt verlassen hatten. Später bestätigte der Kommandeur der Nationalgarde, Oleksandr Piwnenko, dass sich in dem Haus Angehörige der Nationalgarde befanden, die nach dem unerlaubten Verlassen ihrer Einheit aufgefunden worden waren. Damit erfolgte Prokopenkos öffentliche Erklärung vor dem Hintergrund der bereits auf Ebene der Nationalgardeführung bestätigten Anwesenheit von Soldaten in dem Haus.
Dienstliche Prüfung und Versprechen von Verantwortung
Nach dem Vorfall kündigte die Nationalgarde eine dienstliche Prüfung an und versprach, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Umstand ist wichtig, um den Tonfall von Prokopenkos Erklärung zu verstehen: Er interpretiert den Rummel um das Haus im Wesentlichen als Element eines externen Informationsdrucks, während innerhalb der Behörde bereits ein dienstliches Untersuchungsverfahren eingeleitet wurde. Die Kombination dieser Schritte – die öffentliche Haltung des Korpskommandeurs und die interne Überprüfung in der Nationalgarde – bildet die offizielle Reaktion auf ein Ereignis, das nach Prokopenkos Einschätzung vom Gegner genutzt wird, um Gesellschaft und Armee zu spalten.