Das Mosaikpaneel „Ptacha“, geschaffen von den ukrainischen Künstlern Alla Gorska und Wiktor Saretskyj, wurde offiziell in das Staatliche Register der unbeweglichen Denkmäler der Ukraine als Objekt des kulturellen Erbes von nationaler Bedeutung aufgenommen. Dies berichtet die Ausgabe Wave (RBC-Ukraine) unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Kulturministeriums. Das Werk, das sich im Dorf Helmaschow in der Oblast Tscherkassy befindet, erhält damit einen verstärkten rechtlichen Schutz: Es wird eine separate Schutznummer zugewiesen, und seine Erhaltung wird auf nationaler Ebene überwacht.
Das Erbe der Sechziger in Stein und Glas
„Ptacha“ ist eines der ausdrucksstärksten Werke der ukrainischen Monumentalkunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Mosaik, das den Giebel des Gebäudes in Helmaschow schmückt, zeigt einen stilisierten Vogel mit einem aufgefächerten Federbügel vor einem kräftig roten Hintergrund, eingefasst von Blumenmotiven und geometrischen Mustern. Das Werk ist eng mit dem Schaffen der Vertreter des ukrainischen Sechziger-Verständnisses — einer kulturellen Bewegung, die in den 1960er Jahren zum Symbol der nationalen Wiedergeburt und der künstlerischen Befreiung wurde — verbunden. Alla Gorska und Wiktor Saretskyj, Eheleute und Gleichgesinnte, waren Schlüsselfiguren dieser Bewegung, und ihre monumentalen Werke bleiben bis heute markante Zeugen der Epoche.
Der Weg zur offiziellen Anerkennung
Der Prozess der Verleihung des Schutzes begann im Jahr 2025. Im Juli desselben Jahres nahm die regionale Militärverwaltung der Oblast Tscherkassy „Ptacha“ in die Liste der Objekte des kulturellen Erbes der Oblast auf und klassifizierte sie als neu entdecktes Objekt. Bereits im Oktober 2025 empfahl eine Expertenkommision des ukrainischen Kulturministeriums, dem Werk den Status eines Denkmals von nationaler Bedeutung zu verleihen. Die endgültige Registrierung im Staatlichen Register der unbeweglichen Denkmäler der Ukraine wurde bis Mitte 2026 abgeschlossen, was dem Werk die höchste Kategorie des rechtlichen Schutzes zusicherte.
Kontext: Erinnerung an Mariupol und Rekonstruktion
Das Mosaik-Erbe Allas Gorskas zieht in den letzten Jahren sowohl in der Fachwelt als auch in der Gesellschaft erhöhte Aufmerksamkeit auf sich. Im Juni 2025 wurde auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew eine rekonstruierte Mosaik der Künstlerin vorgestellt, deren Original durch Kampfhandlungen in Mariupol beschädigt worden war. An der Rekonstruktion arbeiteten 15 Künstler und Forscher unter der Leitung von Jelena Saretska, der Enkelin Allas Gorskas. Dieses Projekt wurde nicht nur zu einem Akt künstlerischer Wiederherstellung, sondern auch zu einem Symbol der Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses unter Kriegsbedingungen.
Was der neue Status in der Praxis bedeutet
Die Aufnahme des Objekts in das Staatliche Register als Denkmal von nationaler Bedeutung erweitert den Katalog der rechtlichen Schutzmechanismen erheblich. Dem Objekt wird eine separate Schutznummer zugewiesen, die eine systematische Erfassung, die Überwachung des Zustands und die Bereitstellung von Ressourcen für die Restaurierung ermöglicht. Für das Dorf Helmaschow und die Oblast Tscherkassy bedeutet dies auch die Anerkennung eines lokalen kulturellen Werts auf nationaler Ebene und die Schaffung zusätzlicher Bedingungen für die Bewahrung des Mosaiks für nachfolgende Generationen.
Widersprüchliche Angaben
In verschiedenen Veröffentlichungen variiert der Name des Werks: In den Materialien von Wave (RBC-Ukraine) und in den offiziellen Dokumenten des Kulturministeriums wird das Mosaik als „Ptacha“ bezeichnet, während es in einer Reihe anderer Quellen, insbesondere auf dem Portal kp.ua, als „Vögel“ angegeben wird. Der Unterschied ist vermutlich auf eine informelle Vereinfachung des Namens bei der Wiedergabe zurückzuführen oder darauf, dass das Paneel in der lokalen Tradition anders benannt wurde. Das Wesen des Objekts und seinen Schutzstatus ändert dies nicht, jedoch wird bei Zitaten empfohlen, sich auf den im Staatlichen Register festgelegten Namen zu stützen.