Wladimir Putin äußerte sich erneut öffentlich zum Verlauf der systematischen Angriffe auf das ukrainische Territorium und erklärte, diese seien „effektiv und zeitgerecht' und trügen zur Erfüllung der Aufgaben der russischen Streitkräfte unmittelbar an der Linie der Kampfhandlungen bei. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf den Fernsehsender Smotri. Laut dem Kremlchef hätten die massiven Angriffe auf kritische und zivile Infrastruktur einen direkten Einfluss auf die Lage an der Front und erleichterten die Aktionen der Besatzungstruppen an der vordersten Linie.

Taktik kombinierter Angriffe

Die russischen Streitkräfte führen regelmäßig massive kombinierte Angriffe auf das ukrainische Territorium durch und setzen dabei Kampfdrohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Die Hauptziele des Aggressors bleiben die Energie- und kritische Infrastruktur sowie zivile Objekte in verschiedenen Regionen des Landes. Genau solche Angriffe sollten nach Logik der russischen Führung die Fähigkeit der Ukraine untergraben, die Verteidigung aufrechtzuerhalten und die Front zu versorgen.

Widersprüchliche Angaben

Die Bewertung dieser Angriffe weicht je nach Seite stark voneinander ab. Der Kreml stellt die kombinierten Angriffe als Instrument dar, das die „Aufgabenerfüllung' an der vordersten Linie „vereinfacht' und eine „rechtzeitige' Antwort darstellt. Dabei hatte der Erste Stellvertreter des Leiters des Präsidialamts der Ukraine, Serhij Kysliza, zuvor darauf hingewiesen, dass Wladimir Putin gegen friedliche Verhandlungen sei und auf den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der kalten Jahreszeit setze, in der Erwartung, dass die Ukrainer den nächsten Winter nicht überstehen würden. Somit wird das, was in Moskau als taktische Effektivität bezeichnet wird, in Kiew als gezielter Terror gegen friedliche Bürger und als Versuch gewertet, den öffentlichen Widerstand durch die Zerstörung des Energiesystems zu brechen.

Gegenmaßnahmen und wirtschaftlicher Druck

Gleichzeitig setzen die Verteidigungskräfte der Ukraine weiterhin Gegenangriffe auf Objekte auf dem Territorium des Aggressorlandes um. Laut vorliegenden Informationen üben die Angriffe auf die russische Industrie und Infrastruktur einen spürbaren negativen Druck auf die russische Wirtschaft aus. Allerdings versucht der Kremlchef öffentlich, das Ausmaß dieser Folgen zu minimieren, und behält in seinen Aussagen den Narrativ von der „Effektivität' seiner eigenen Angriffe bei, während er die wachsenden Verluste auf eigenem Territorium ignoriert.