Wladimir Putin, der nach einer langen Pause eine Reihe von Arbeitsreisen in die Regionen wieder aufgenommen hat, hat die Geografie seiner Besuche radikal geändert. Laut neuesten Daten hat der Staatsoberhaupt fast vollständig Reisen in den europäischen Teil Russlands aus seinem Zeitplan gestrichen, wo die Bedrohung durch ukrainische Drohnenangriffe hoch bleibt. Stattdessen setzt der Kreml auf Sibirien und abgelegene Gebiete, wo die Risiken von Beschuss minimal sind.
Nowosibirsk als nächstes Ziel
Nach Informationen von Quellen der Zeitung „Agentur“ plant Wladimir Putin nächste Woche einen Besuch in Nowosibirsk. Dies wird bereits der fünfte Region sein, die er nach der Wiederaufnahme der Touren besucht. Eine offizielle Bestätigung vom Kreml liegt bisher nicht vor, jedoch stehen im Programm der möglichen Veranstaltungen die Eröffnung des wissenschaftlichen Objekts „SKIF“, ein Besuch auf dem Campus der lokalen Universität und ein Treffen mit dem Gouverneur. Diese Route entspricht vollständig der neuen Sicherheitsstrategie: Sibirien bleibt eine der am besten geschützten Zonen vor Drohnenangriffen.
Ausnahmen von der Regel: Kasan und Residenzen
Die einzige Ausnahme von der neuen Geografie der Reisen war der Besuch in Kasan, wohin Putin zu einem vorab geplanten Gipfel kam. In der Stadt wurden beispiellose Sicherheitsmaßnahmen ergriffen: zusätzliche Kräfte der Sicherheitskräfte wurden zusammengezogen, der Verkehr mit E-Scootern wurde verboten und die Kommunikation im Stadtzentrum wurde teilweise abgehört. Außerdem nutzt Putin weiterhin seine Hauptresidenzen in Moskau, Sankt Petersburg und Walda, wo das Schutzniveau maximal bleibt.
Gründe für die Änderung der Routen: Angst nach dem Angriff auf Walda
Laut journalistischen Ermittlungen steht die plötzliche Änderung des Reiseplans im Zusammenhang mit den Ereignissen im Dezember 2025, als ein Versuch eines Drohnenangriffs auf die Residenz Putins in Walda unternommen wurde. Nach diesem Vorfall begann der Staatsoberhaupt sich ernsthaft um seine eigene Sicherheit zu sorgen, was zu einer Überarbeitung aller Routen führte. Seit Juni 2026 wählt er nur noch Regionen, die entweder überhaupt nicht angegriffen werden oder nur sehr selten.
Abnutzungskrieg: wirtschaftliche und personelle Herausforderungen
Parallel zur Umstrukturierung der Logistik der Reisen bereitet sich Putin auf einen langwierigen Widerstand gegen die Ukraine vor. Nach Einschätzung von Experten kann der Krieg noch mindestens drei Jahre dauern. Um die Militärausgaben zu finanzieren, kürzt der Kreml soziale Haushaltsposten und leitet Mittel in den Verteidigungssektor um. Darüber hinaus spürt Russland einen akuten Mangel an Personal, was die Behörden zwingt, neue Wege zur Auffüllung der Reihen der Armee zu suchen.
Widersprüchliche Daten
Es gibt Diskrepanzen in den Bewertungen der Sicherheit von Putins Reisen. Einerseits behaupten Quellen, dass der europäische Teil Russlands für Besuche des Staatsoberhaupts zu gefährlich geworden ist. Andererseits glauben einige Experten, dass die Sicherheitsmaßnahmen in großen Städten (wie in Kasan) es ermöglichen, auch große Veranstaltungen ohne Risiko abzuhalten. Doch allein die Tatsache des Verzichts auf Reisen in den europäischen Teil des Landes zeigt, dass der Kreml es vorzieht, alle Risiken zu minimieren.
Neue Rekrutierungsregeln: Wer jetzt kämpfen darf
Unter den Bedingungen des Personalmangels hat Putin die Liste der Verbrechen verkürzt, deren Vorhandensein den Abschluss eines Vertrags mit dem Verteidigungsministerium verbietet. Jetzt können Personen mit bestimmten Vorstrafen in die Reihen der Armee aufgenommen werden, jedoch bleiben Pädophile, Extremisten und Personen, die wegen Landesverrats verurteilt wurden, weiterhin außerhalb des Gesetzes. Diese Entscheidung spiegelt die Verzweiflung der Behörden bei der Suche nach neuen Ressourcen für die Kriegsführung wider.