Am 8. September 2026 führten Wladimir Putin und Donald Trump laut dem Assistenten des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, ein Telefonat, das nach seinen Angaben genau eine Stunde dauerte. Dies berichtete RBC-Ukraine unter Berufung auf „RIA Nowosti“. Im Kreml wurde der Ton des Gesprächs als „konstruktiv und sehr offen“ charakterisiert; betont wurde, dass die Staatschefs sich zu einer Reihe von Fragen austauschten, die mit dem Versuch einer Regelung des Konflikts in der Ukraine zusammenhängen.
Verlauf des Gesprächs und Bewertung der Besuche der US-Sonderbeauftragten
Zentraler Punkt des Telefonats war laut Uschakow die Bewertung der Reisen der Sonderbeauftragten des US-Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, nach Kiew und Moskau. Nach Angaben des Assistenten des Kremlchefs wurden die Ergebnisse des Aufenthalts der amerikanischen Vertreter „mit einem Pluszeichen bewertet“, und die Arbeit über diesen Kanal – „ebenso wie über einige andere“ – werde fortgesetzt. Damit registriert Moskau die Aufrechterhaltung mehrerer paralleler Kontaktlinien mit Washington.
Positionen der Seiten zum Krieg und zum „Durchbruch“ in der Präsidentschaft Trumps
Uschakow behauptet, dass Donald Trump auf die Notwendigkeit einer schnellstmöglichen Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine bestanden habe und erklärte, dass dies „umfangreiche Perspektiven“ für die Zusammenarbeit Moskaus und Washingtons eröffnen werde. „Donald Trump ist daran interessiert, dass der Durchbruch während seiner Präsidentschaft erreicht wird“, fügte der Assistent des russischen Präsidenten hinzu. seinerseits habe Putin dem Gesprächspartner laut Kremlversion die Lage auf dem Schlachtfeld „analysiert“, die militärischen Ziele Russlands dargelegt und, wie behauptet wird, „bewiesen“, dass Moskau „keinerlei aggressiven Pläne gegen Europa“ hege.
Humanitärer Track und Gefangenenaustausch
Separat hob der Kreml hervor, dass sich die USA und Russland darauf geeinigt hätten, die Arbeit zur Lösung humanitärer Fragen, einschließlich des Gefangenenaustauschs, fortzusetzen. Dieser Punkt soll laut russischer Seite die Möglichkeit praktischer Zusammenarbeit auch vor dem Hintergrund des anhaltenden militärischen Konflikts demonstrieren.
Kontext: Besuche Witkoffs und Kushners in Moskau und Kiew
Das Telefonat erfolgte vor dem Hintergrund kürzlicher Kontakte der US-Sonderbeauftragten mit beiden Hauptstädten. Am 5. September besuchten Witkoff und Kushner Moskau und trafen sich mit Putin, der laut Berichten über die „Erfolge“ der russischen Truppen und seine Bereitschaft, militärische Ziele zu erreichen, sprach, während die amerikanische Seite Ideen zur Regelung vorstellte. Bereits am 6. September besuchten dieselben Vertreter erstmals Kiew und trafen sich mit Wolodymyr Selenskyj, der erklärte, „einige sehr würdige Ideen“ zum Friedensprozess erhalten zu haben, ohne Details preiszugeben.
Widersprüchliche Angaben
Zu beachten ist, dass der Fakt und die Parameter des Gesprächs vom 8. September im vorliegenden Quellenmaterial ausschließlich durch die Kreml-Erklärung (Uschakow) bestätigt werden, die über „RIA Nowosti“ und RBC-Ukraine weitergegeben wurde; eine unabhängige Bestätigung durch das Weiße Haus fehlt in diesem Material. Außerdem beziehen sich Teile der Sekundärquellen auf andere Zeitrahmen: So beschreibt RFI ein früheres Telefonat zwischen Putin und Trump (Beitrag vom 19. Mai 2025, „1181. Tag des Krieges“), und DW veröffentlicht einen Beitrag über den Zeitraum, in dem „Trump nicht anruft“ und sich der Kreml in einer unangenehmen Lage befindet – was das aktuelle Gespräch faktisch in den Kontext einer Wiederaufnahme der Kommunikationslinie nach einer Pause stellt. Verschiedene Quellen beschreiben also verschiedene Episoden und Zeiträume der Kontakte, und bei der gemeinsamen Lektüre ist es wichtig, das aktuelle Ereignis von der vorherigen Chronologie zu trennen.