In der Nacht vom 14. auf den 15. September 2026 wurde Taganrog einem massiven Raketenangriff ausgesetzt. Den Angriff und seine Folgen bestätigte offiziell der Gouverneur der Region Rostow, Juri Slusar, der in seinem Telegram-Kanal über den Raketenbeschuss der Stadt berichtete. Dem zufolge entstanden infolge des Angriffs mehrere Brandherde; vor Ort sind die Notdienste im Einsatz. Zu den betroffenen Objekten zählen unter anderem ein Lager des Marktplatzes OZON sowie Lager landwirtschaftlicher Betriebe.
Flugzeugwerk Berjewa: vorläufige Angaben
Separat teilte der Gouverneur mit, dass nach vorläufigen Angaben Raketen das Taganroger Fliegerisch-Technische Zentrum G. M. Berjewa trafen — ein Betrieb, in dem Militärflugzeuge repariert und modernisiert werden. Laut Berichten von OSINT-Forschern befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs russische Militärflugzeuge in Reparatur auf dem Gelände des Betriebs. Diese Angaben sind vorläufiger Natur und bedürfen weiterer Verifizierung.
Angriffe auf die OZON-Logistik: wirtschaftliche Wirkung
Die Angriffe auf die Logistikzentren von OZON verursachen nicht nur Schäden bei einem bestimmten Unternehmen, sondern auch in der russischen Wirtschaft insgesamt. OZON ist einer der größten Marktplätze des Landes, daher stören die beschädigten Lager die Lieferketten, führen zur Vernichtung von Waren und zwingen das Unternehmen, zusätzliche Mittel für den Wiederaufbau der Infrastruktur und die Verlagerung der Logistik aufzuwenden. Besonders hervorgehoben wird, dass Angriffe auf die Logistikinfrastruktur die Geschäftskosten erhöhen: Unternehmen müssen ihre Lager versichern und schützen, Routen umplanen, Kapazitäten verlagern und vernichtete Waren kompensieren. All dies macht den Handel teurer und übt zusätzlichen Druck auf das russische Geschäft aus.
Widersprüchliche Angaben
In offenen Quellen gibt es Abweichungen hinsichtlich Umfang und Charakter des Angriffs. In der ersten Erklärung des Gouverneurs liegt der Schwerpunkt auf dem Raketenangriff auf Taganrog und der Beschädigung des OZON-Lagers, während mehrere Medien einen breiteren Umfang angeben: Parallel werden Angriffe auf Syseran, beschädigte Wohnhäuser und eine Erdölraffinerie erwähnt, sowie der Einsatz von Hunderten Drohnen (etwa 222 UAV) im Rahmen derselben nächtlichen Angriffswelle. Außerdem wird der Angriff auf das Berjewa-Flugzeugwerk in der Formulierung „nach vorläufigen Angaben' genannt, das heißt die endgültige Liste der Schäden am Betrieb wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht festgehalten. Beide Versionen — die enge (nur Taganrog, Raketen) und die erweiterte (Taganrog plus Syseran, Raketen plus UAV) — werden der Vollständigkeit halber dargestellt.
Kontext: versteckte Adressen und frühere Angriffe
Erinnerung: Kürzlich brannte ein Logistikzentrum des russischen Marktplatzes OZON in der Nähe von Saratow infolge eines ukrainischen Angriffs vollständig aus. Besonders hervorgehoben wird, dass OZON die Adressen seiner Lager in Russland aus dem offenen Verzeichnis entfernt hat — dies geschah mindestens 20 Tage vor den ersten Angriffen auf seine Logistikinfrastruktur. Die Gesamtheit dieser Fakten deutet darauf hin, dass die Logistik-Knotenpunkte des Marktplatzes zu einem dauerhaften Ziel geworden sind, und die Versuche, ihre Lage zu tarnen, konnten neue Angriffe nicht verhindern.