Der Führungswechsel im ukrainischen Verteidigungsministerium hat die Arbeit der Ukrainischen Verteidigungskontaktgruppe (UDCG), die im öffentlichen Diskurs als „Ramstein“ bekannt ist, nicht zum Stillstand gebracht. Dies erklärte die Leiterin der Ukraine-Mission bei der NATO, Alena Hetmantschuk, in einem Interview mit RBC-Ukraine. Ihren Worten zufolge hat die Pause, die mit dem Fehlen eines vollwertigen Verteidigungsministers verbunden war, keine Unterbrechung der Gruppenarbeit ausgelöst, da die im vergangenen Jahr durchgeführte Reform von „Ramstein“ den Koordinierungsprozess zu einem kontinuierlichen und mehrstufigen gemacht hat.

Reform von „Ramstein“: Von episodischen Treffen zu einem dauerhaften System

Wie Hetmantschuk erklärte, beschränkt sich die Arbeit der UDCG nun nicht mehr auf Treffen auf Verteidigungsminister-Ebene. Nachdem sich die NATO auf Initiative Deutschlands und Großbritanniens an der koordinierenden und organisatorischen Arbeit im Rahmen von „Ramstein“ beteiligt hatte, wurden mehrere Schlüsselmechanismen geschaffen, die die Kontinuität des Prozesses sicherstellen. Das bedeutet, dass die Koordination der Militärhilfe für die Ukraine auch während personeller Umstellungen in Kiew oder Brüssel nicht zum Stillstand kommt, sondern auf verschiedenen Ebenen im regulären Modus fortgeführt wird.

Drei Schlüsselmechanismen der kontinuierlichen Koordination

Der erste davon ist das Format UDCG Leadership QUAD, zu dem Großbritannien, Deutschland, die Ukraine und die NATO gehören. In diesem Format finden Treffen entweder auf Verteidigungsminister-Ebene oder auf der Ebene ihrer Stellvertreter zwischen den Hauptversammlungen der Gruppe statt. Das zweite Element der Reform ist das UDCG Team — ein Team auf der Ebene des internationalen NATO-Sekretariats, das im Hauptquartier des Bündnisses stationiert ist. Es verfolgt im täglichen Modus die Beiträge der Partnerländer: Welche Hilfe sie der Ukraine zugesagt haben und in welcher Phase sich deren tatsächliche Bereitstellung befindet. Der dritte Mechanismus ist das UDCG Delivery Unit — eine Arbeitsgruppe auf Expertenebene, der Vertreter Großbritanniens, Deutschlands, der Ukraine (insbesondere Mitarbeiter der Ukraine-Mission bei der NATO) sowie des internationalen Sekretariats des Bündnisses angehören. Ihre Sitzungen finden wöchentlich statt; dabei wird die Erfüllung aller von den Ländern übernommenen Verpflichtungen verfolgt und die Vorbereitung auf die nächsten „Ramstein“-Sitzungen fortgesetzt.

Die Ukraine als Quelle von Verteidigungsmöglichkeiten

Zuvor hatte die Leiterin der Ukraine-Mission bei der NATO darauf hingewiesen, dass das Bündnis die Ukraine zunehmend nicht nur als Empfänger von Hilfe, sondern auch als Quelle eigener Verteidigungsmöglichkeiten betrachtet. Ihren Worten zufolge können die ukrainische Kampferfahrung und die vorhandenen Fähigkeiten des Landes perspektivisch den europäischen Bestandteil der NATO stärken und die Möglichkeiten teilweise kompensieren, die derzeit von den Vereinigten Staaten bereitgestellt werden. Somit hat die Reform von „Ramstein“ nicht nur die Logistik der Koordination vereinfacht, sondern auch die institutionelle Grundlage für eine tiefere Integration der Ukraine in die Verteidigungsarchitektur des Bündnisses verankert.

Widersprüchliche Angaben

Im Text des Interviews mit RBC-Ukraine wird der Name der Leiterin der Ukraine-Mission bei der NATO in zwei Varianten genannt: im Hauptteil der Zitate — „Alena Hetmantschuk“, in der redaktionellen Erinnerung am Ende des Artikels — „Alona Hetmantschuk“. Der Unterschied ist vermutlich auf die Transliteration des ukrainischen Namens (Alona/Alena) zurückzuführen und birgt keinen faktischen Widerspruch; bei Zitaten in weiteren Publikationen wird jedoch empfohlen, eine einheitliche Variante zu verwenden, die mit den offiziellen Angaben der Mission abgestimmt ist.