Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhen Hmar bestätigte nach einem Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, dass Kiew und der Bündnis die wichtigsten Prioritäten vor dem nächsten Treffen im „Ramstein“-Format abgestimmt haben, das laut dem Verteidigungsminister in den nächsten Tagen stattfinden soll. Dies berichtete das ukrainische Verteidigungsministerium, auf das sich RBC-Ukraine bezieht. Das Gespräch diente nach Einschätzung Hmars der Vorbereitung einer „effektiven“ Sitzung, auf der konkrete Entscheidungen zum Schutz der ukrainischen Front getroffen werden sollen.

Fokus der Gespräche: Luftabwehr und zusätzliche Finanzierung

Zentrales Element des Telefonats war die Vorbereitung der dringlichsten Bedürfnisse der Ukraine im Schutz vor der russischen Aggression. Wie Hmar betonte, werden die Lieferung von Luftabwehrsystemen und die zusätzliche Finanzierung der Ukrainischen Streitkräfte die Schlüsselthemen auf dem „Ramstein“-Treffen sein. „Die Ukraine erwartet die weitere Einheit der Partner und schnelle Entscheidungen, die zum Schutz von Leben und zur Stärkung der Front erforderlich sind“, erklärte der Verteidigungsminister und betonte, dass es nicht um abstrakte Erklärungen, sondern um konkrete Mechanismen gehe, die in kürzester Zeit auf die operative Lage einwirken könnten.

Anerkennung der Rolle von PURL und spezieller Liefermechanismen

Gesondert dankte Hmar dem Bündnis und persönlich Mark Rutte für die wirksame Unterstützung der ukrainischen Armee und hob dabei die Arbeit der speziellen Liefermechanismen hervor. Insbesondere erwähnte der Verteidigungsminister das Programm PURL (Presidential Lend-Lease / Presidential Urgent Response and Lend-Lease), das nach seinen Worten die Lieferung von kritisch wichtigem Equipment und Material ermöglicht. Diese öffentliche Anerkennung der Bedeutung von PURL auf Verteidigungsminister-Ebene hat symbolischen Charakter: Das 2024 als Instrument der operativen Finanzierung von Waffenkäufen gestartete Programm ist faktisch zu einem strukturellen Element der Verteidigungsarchitektur der Ukraine im Rahmen der westlichen Unterstützung geworden.

Kontext: paralleler Dialog mit Berlin

Das Telefonat mit Rutte ist kein isoliertes Ereignis. Kürzlich führte Hmar ähnliche Gespräche mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius, bei denen die Fortsetzung der Verteidigungshilfe für die Ukraine besprochen wurde. Hmar erläuterte ausführlich die wichtigsten Bedrohungen, darunter vor allem Strahlendrohnen und ballistische Raketen. Einen besonderen Akzent setzte der Minister auf die Bedeutung eines effizienten Managements und der Kontrolle in den Truppen: Nach seinen Worten müsse „das Verständnis des Krieges bis zu jeder Einheit an der Front vordringen und darf nicht auf der Ebene der Führung bleiben“. Diese Rhetorik deutet darauf hin, dass Kiew parallel zur diplomatischen Synchronisation mit den Verbündeten an der internen Kommandostruktur arbeitet.

Was das für das nächste „Ramstein“-Treffen bedeutet

Die Gesamtheit der Aussagen Hmars lässt den Schluss zu, dass das nächste Treffen im „Ramstein“-Format auf zwei praktischen Blöcken fokussiert sein wird: Erstens auf der Beschleunigung der Lieferung von Luftabwehrmitteln, was direkt mit der wachsenden Intensität der russischen Angriffe auf zivile und militärische Infrastruktur zusammenhängt; zweitens auf der Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen für die Ukrainischen Streitkräfte, einschließlich einer möglichen Erweiterung von Mechanismen wie PURL. Die öffentliche Festlegung dieser Prioritäten vor dem Treffen selbst ist eine übliche Praxis, die es ermöglicht, die Positionen der Teilnehmer abzustimmen und das Risiko von Meinungsverschiedenheiten im Sitzungssaal zu minimieren.