Die Leiterin der ukrainischen Mission bei der NATO, Aljona Hetmantschuk, hat im Interview mit RBC-Ukraine die wesentlichen Details der aktuellen Arbeit des Formats „Ramstein“ und des Programms PURL (Presidential Urgent Recovery and Lethality) im Kontext der Finanzierung von Verteidigungspaketen für Kiew offengelegt. Ihren Worten zufolge werden beide Mechanismen bis Ende 2026 auf eine einzige Priorität konzentriert sein – die Bereitstellung von Mitteln für jene Waffenpakete, die bereits auf Ebene der Vereinigten Staaten genehmigt wurden. „Wir arbeiten derzeit daran, die Pakete zu finanzieren, die die USA bereits vorgeschlagen haben. Es gibt bestimmte Listen von Waffen, die unseren prioritären Bedürfnissen entsprechen“, präzisierte Hetmantschuk und betonte, dass die amerikanische Seite bereits bereit sei, die Lieferungen durchzuführen.
Status der Finanzierung und Rolle der nächsten „Ramstein“-Sitzung
Hetmantschuk wies darauf hin, dass auf der nächsten Sitzung des Koordinierungsmechanismus „Ramstein“ erwartet wird, dass eine Reihe von Partnerländern öffentlich ein Signal der Bereitschaft senden, zusätzliche Mittel zur Finanzierung der genannten Pakete bereitzustellen. Laut Angaben der Missionsleiterin haben bis heute drei Staaten – Australien, Neuseeland und Japan – bereits Beiträge im Rahmen dieser Initiative geleistet. Dabei nannte Hetmantschuk keine konkreten Beträge, betonte jedoch, dass der Prozess der Gewinnung neuer Spender aktiv und auf der Ebene bilateraler und multilateraler Kontakte fortgesetzt werde.
Das PURL-Programm und der Mangel an PAC-3-/PAC-2-Abfangraketen
Separat kommentierte Hetmantschuk die Arbeit des PURL-Programms, das der Ukraine ein monatliches Basissniveau der Lieferungen von PAC-3- und PAC-2-Abfangraketen für die Patriot-Luftverteidigungssysteme gewährleistet. Dabei erklärte sie offen, dass der von PURL garantierte aktuelle Umfang nicht ausreiche, um den ukrainischen Luftraum vollständig zu schützen. Zur Schließung dieser Lücke nutze Kiew einen speziellen Mechanismus zur Einbindung europäischer NATO-Mitgliedstaaten, dank dem die Ukraine zusätzliche Abfangraketen für die Patriot-Systeme über das Basispaket von PURL hinaus erhalte.
Die Ukraine als Sicherheitsbeitragender der NATO
Hetmantschuk berührte auch die Frage der Anerkennung der Ukraine auf Deklarationsebene der NATO als Sicherheitsbeitragende. Nach ihrer Einschätzung zeige dies, dass der Bündnis offiziell das Potenzial der ukrainischen Verteidigungsfähigkeiten zur Stärkung der Organisation bewertet habe. Dieser Status eröffne, so die Missionsleiterin, zusätzliche Kanäle der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Ressourcenwechsels zwischen Kiew und Brüssel im Rahmen der Verteidigungsarchitektur des Bündnisses.
Widersprüchliche Daten
In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen Widersprüche in Zahlen oder Daten festgestellt. Einziger Punkt, der Beachtung verdient: Hetmantschuk nannte keine genauen Termine der nächsten „Ramstein“-Sitzung und legte keine konkreten Umfangsangaben der bereits geleisteten Beiträge Australiens, Neuseelands und Japans offen. Somit bleiben beide Details öffentlich unbestätigt und könnten nach Abschluss der Sitzung selbst präzisiert werden.
Insgesamt belegen die Aussagen Hetmantschuk den Übergang des Formats „Ramstein“ und des PURL-Programms von der Stufe der Listenbildung zur Stufe der eigentlichen Finanzierung und Logistik der Lieferungen. Die zentrale Herausforderung für den verbleibenden Teil des Jahres 2026 bleibt die Mobilisierung eines ausreichenden Volumens an Mitteln durch die Partnerländer, um die Lücke zwischen den von den USA genehmigten Paketen und den tatsächlichen Möglichkeiten zu ihrer Bezahlung zu schließen.