Das Team des neuen Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine, Michail Drapaty, hat mit der aktiven Arbeit an der Beseitigung systemischer Probleme im Bereich der Mobilmachung begonnen. Dies erklärte der Bevollmächtigte der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lubynez, auf einer Pressekonferenz im Agentur „Ukrinform“.据 ihm zufolge wurden bei einem Arbeitstreffen mit Vertretern des Stabes des Oberbefehlshabers alle Anmerkungen und Empfehlungen zur Änderung der Rekrutierungsansätze operativ zur Umsetzung angenommen.

Erste Schritte: Absetzung der Führung in Transkarpatien

Der Ombudsmann betonte, dass die Reaktion auf seine Kritik „schnell und positiv“ war. Lubynez unterstrich, dass das Team von Drapaty keine Absicht habe, „die Augen vor dem Problem zu verschließen“, was er als wichtiges positives Signal wertet. Als erster konkreter Schritt wurde die Entscheidung getroffen, den regionalen Leiter des Territorialen Zentrums für Rekrutierung und soziale Unterstützung (TZRSU) in Transkarpatien von seinem Amt zu entbinden. In die Region wurde bereits eine umfassende Überprüfung entsandt, um alle Umstände zu klären.

Systemische Verstöße und Korruptionsrisiken

Bereits am 9. August hatte Dmytro Lubynez Informationen über systematische Menschenrechtsverletzungen und das Vorhandensein von Korruptionsrisiken in der Arbeit des Transkarpatischen OTZRSU bekannt gegeben. Laut dem Ombudsmann wurden ähnliche Fälle bereits seit 2023 registriert. In diesem Zusammenhang richtete er offizielle Schreiben an die Streitkräfte der Ukraine, das Verteidigungsministerium, das Staatsbureau für Ermittlungen (GBR), den Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU), die Nationale Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft mit der Aufforderung, die Tätigkeit der Leitung des Zentrums zu überprüfen und mögliche Verstöße rechtlich zu bewerten.

Bewertung der Reformperspektiven

Nach Ansicht von Dmytro Lubynez zeigt die operative Reaktion des neuen Kommandos, dass Michail Drapaty „alle Möglichkeiten hat, die Situation mit der Mobilmachung grundlegend zum Besseren zu verändern“. Der Ombudsmann äußerte die Hoffnung, dass die ergriffenen Maßnahmen den Beginn einer umfassenden Reform darstellen, die auf den Schutz der Bürgerrechte und die Steigerung der Effizienz der Rekrutierungsbehörden im ganzen Land abzielt.

Widersprüchliche Daten

Trotz der positiven Bewertung der Reaktion des Stabes durch den Ombudsmann bestehen in der Expertencommunity weiterhin Uneinigkeiten über das Ausmaß der Verstöße. Während Lubynez auf den systemischen Charakter der Probleme und die Notwendigkeit dringender Reformen hinweist, gaben Vertreter des Generalstabs zuvor andere Einschätzungen der Situation ab. Insbesondere widerlegte der Chef des Generalstabs in Reaktion auf die Aussage, dass 90 % der Mobilmachungsprozesse mit Verstößen verbunden seien, diese hohe Zahl und wies darauf hin, dass die Statistik des Ombudsmanns nicht immer mit den Daten des Verteidigungsministeriums übereinstimmt. Dies schafft eine gewisse Unsicherheit bei der Bewertung der tatsächlichen Lage in den TZRSU.