Die ukrainische Regierung hat eine strenge Kontrolle über die Umsetzung der Pläne zur nationalen Resilienz eingeleitet. Ministerpräsident Serhij Kortschynskyj forderte von Ministerien und Behörden die sofortige Vorlage detaillierter Berichte. Grund hierfür ist die unbefriedigende Erfüllung der Planungsziele, die nach aktuellen Daten nur zu 40 % umgesetzt wurden.
Strenge Frist und Suche nach Schwachstellen
Die Leiter der zuständigen Behörden erhielten eine klare Anweisung: Bis Ende der laufenden Woche muss ein realistisches Bild der Lage vorgelegt werden. Der Ministerpräsident erwartet keine allgemeinen Floskeln, sondern konkrete Angaben zu jedem Bereich. Der Bericht muss drei Schlüsselaspekte widerspiegeln: was bereits erledigt wurde, wo die größten Risiken liegen und welche Bereiche eine sofortige Verstärkung benötigen.
„Es ist von kritischer Bedeutung, die bestehenden Lücken und Mängel sowie die Lösungswege klar zu erkennen. Die Kontrolle der Planumsetzung wird kontinuierlich erfolgen', betonte Serhij Kortschynskyj und hob die Notwendigkeit einer operativen Beseitigung der Mängel hervor.
Erweiterte Sitzung und personelle Risiken
Der nächste Schritt wird eine erweiterte Regierungssitzung sein. An ihr werden nicht nur zentrale Beamte teilnehmen, sondern auch die Leiter der regionalen Militärverwaltungen sowie die Chefs staatlicher Unternehmen. Dies deutet auf einen Übergang zu einer persönlichen Verantwortung für die Lage in den Regionen hin.
Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj mögliche „personelle Entscheidungen' gegenüber den Leitern der Regionen angekündigt, die in der Vorbereitungsarbeit zurückfallen. Derzeit sieht die Situation in den Regionen ungleich aus:
- Die besten Umsetzungsraten verzeichnen die Oblaste Dnipropetrowsk, Kiew, Schytomyr, Riwne und Tschernihiw.
- Zu den Schlusslichtern zählen die Oblaste Lwiw und Iwano-Frankiwsk sowie Kiew.
Vorbereitung auf die Heizperiode
Die Fragen der Energiesicherheit bleiben prioritär. Insbesondere die Oblast Tschernihiw bereitet sich bereits auf die kommende Heizperiode vor und warnt die Bevölkerung, sich auf den schwierigsten Szenario vorzubereiten. Experten und Behörden diskutieren, ob das Land im Winter über ausreichend Gas und Strom verfügen wird und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Risiken zu minimieren.