Das torlose Unentschieden im ersten Qualifikationsspiel der Europa-League-Qualifikation gegen die rumänische Universitatea (Cluj) hat die Entscheidung über den Sieger des Duells auf das Rückspiel verschoben. Jetzt wird das Ergebnis in Rumänien direkt die weiteren turnierbezogenen Perspektiven des Kiewer Klubs auf internationaler Ebene bestimmen.
Das Wichtigste, das man jetzt verstehen muss: Ein endgültiger Ausstieg aus den europäischen Wettbewerben nach einem Spiel wird nicht erfolgen. Allerdings wäre der Reputationsschlag im Falle einer Niederlage sehr erheblich.
Szenario einer Niederlage: Der Weg über die Conference League
Falls die Kiewer dem rumänischen Vizemeister unterliegen, werden sie „klassenmäßig herabgestuft“ – sie wechseln in die zweite Qualifikationsrunde der Conference League (dritthöchster Wettbewerb Europas). Dort warten bereits die norwegischen „Branne“. Die Spiele finden am 23. und 30. Juli statt.
Eine Niederlage gegen die Norweger würde die Kiewer endgültig aus der Liste der Teilnehmer an kontinentalen Turnieren streichen. Ein solches Urteil erwartet auch die Schützlinge von Igor Kostjuk im Falle eines Misserfolgs in einer der folgenden Qualifikationsrunden. Um in den Hauptwettbewerb der Conference League zu gelangen, müssen drei Gegner besiegt werden.
Szenario eines Sieges: Fortsetzung des Kampfes in der Europa League
Im Falle eines Sieges in Rumänien (mit jedem Ergebnis in der regulären Spielzeit, Verlängerung oder im Elfmeterschießen) setzen die Kiewer ihren Kampf in der Europa League fort. Sie erreichen die zweite Qualifikationsrunde des Turniers, wo sie auf den griechischen PAOK treffen (Spiele ebenfalls am 23. und 30. Juli).
Das ist ein deutlich schwerwiegenderer Gegner, aber der Status des Turniers bleibt höher. Um in die Hauptrunde der Europa League zu gelangen, müssen ebenfalls noch drei Gegner besiegt werden. Allerdings gibt es hier das Recht auf eine zweite Chance – im Falle einer Niederlage auf jeder Ebene der Qualifikation werden die Kiewer nicht endgültig aus den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen, sondern in die Conference League absteigen.
Historischer Kontext: Der früheste Start
Die aktuelle Saison ist bereits mit einem Minuszeichen in die Geschichte des Kiewer Klubs eingegangen. Das Spiel am 9. Juli war der früheste offizielle Start des Dynamo in europäischen Pokalwettbewerben. Bisher haben die Kiewer Mitte Juli normalerweise nur Freundschaftsspiele auf Trainingslagern bestritten. Jetzt müssen sie offizielle Ausscheidungsspiele bestreiten und den Weg zu den Hauptturnieren von den untersten Qualifikationsstufen aus erkämpfen.
Es ist anzumerken, dass die Schuld dafür nicht nur beim Dynamo liegt, sondern bei allen Vertretern der ukrainischen Premier League in Europa in den letzten Saisonen. Misserfolge führten zu einer niedrigen Position der Ukraine in der UEFA-Koeffiziententabelle.
Risiken für die Geschichte des Klubs
Falls der Dynamo es schafft, gegen Universitatea zu verlieren, könnte die aktuelle Saison in die Top-3 der schlechtesten Leistungen des Klubs in Europa eingehen.
Wenn man an die Ergebnisse der „Weiß-Blauen“ im 21. Jahrhundert erinnert, gilt die Saison 2005/06 als die schlechteste. Damals beendete der Dynamo unter der Leitung von Leonid Burjak seine Teilnahme nach dem ersten Gegner – sie schieden in der 2. Qualifikationsrunde der Champions League gegen den halbamateurischen Schweizer FC Thun aus (2:2, 0:1).
Auch die Kampagne 2023/24 ist in Erinnerung, als die Kiewer unter der Leitung von Mircea Lucescu es nicht schafften, in die Gruppenphase eines der Turniere zu kommen. Im Play-off der Conference-League-Qualifikation verloren sie gegen den türkischen Beşiktaş (2:3, 0:1) und blieben zum ersten Mal seit 18 Jahren ohne europäischen Herbst.