In der Nacht zum 19. Juli endete eine komplexe Such- und Rettungsoperation im Schwarzen Meer, die von den ukrainischen Grenzschutzbeamten höchste Konzentration und Professionalität verlangte. Unter Bedingungen völliger Dunkelheit und unter der Bedrohung durch weitere Angriffe russischer Drohnen evakuierte die Besatzung eines Patrouillenboots der Küstenwache des Staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine (SBU) den letzten Überlebenden des Schiffes „Venturo“ aus dem offenen Meer.
Einsamer Treib im offenen Meer
Die Rettungsstory begann am Abend des 18. Juli, als Grenzschutzbeamte mit Hilfe technischer Überwachungsmittel ein kleines Wasserfahrzeug im Schwarzen Meer lokalisierten. Es handelte sich um ein Rettungsfloß, das im offenen Meer trieb. An Bord befand sich eine Person – ein Elektromechaniker eines Frachtschiffs, ein Staatsbürger der Philippinen.
Das Schiff „Venturo“ war bereits am Abend des 17. Juli einem Angriff ausgesetzt worden und wurde Opfer eines russischen Kampfdrohnenangriffs. An jenem Tag gelang es den Soldaten der Ukrainischen Marine, den Großteil der Besatzung zu evakuieren. Ein Seemann blieb jedoch im Rettungsboot zurück und verbrachte mehr als einen Tag auf See, bis er von den Grenzschutzbeamten entdeckt wurde.
Operation unter Risiko
Die Rettungsmission fand unter extremen Bedingungen statt. Die nächtliche Dunkelheit erschwerte die Navigation und die Suche, während die Hauptgefahr von der Möglichkeit weiterer Angriffe durch ferngesteuerte Drohnen ausging. Trotz des hohen Gefahrenniveaus wich das Personal der Küstenwache nicht zurück und erfüllte die gestellte Aufgabe.
Die Retter holten das Rettungsboot auf und brachten den Seemann an Bord des Patrouillenboots. Nach der Ankunft an einem sicheren Ort und einer Untersuchung stellte sich heraus, dass der Zustand des Verletzten zufriedenstellend war und keine medizinische Hilfe erforderlich war.
Kontext der Angriffe auf die Handelsflotte
Der Vorfall mit dem „Venturo“ war Teil einer Serie von Angriffen auf die Schifffahrt in der Region. Am Abend des 17. Juli griffen russische Streitkräfte ein Schiff unter der Flagge der Marshallinseln im Hafen von Odessa an. Am folgenden Tag, dem 18. Juli, wurde die Oblast Odessa einem massiven Angriff ausgesetzt, bei dem im Schwarzen Meer ein weiteres ausländisches Handelsschiff getroffen wurde.
Die Rettung des philippinischen Seemanns war ein wichtiges Ergebnis der Arbeit der ukrainischen Dienste unter den Bedingungen des andauernden militärischen Konflikts und demonstrierte die Fähigkeit, auch bei hoher Bedrohung durch den Gegner effektiv zu handeln.