Am 23. August 2026 griff die russische Armee die Fabrik des Konzerns Mondelez International in Trostjanez in der Oblast Sumy an. Laut RBC-Ukraine, unter Berufung auf den ukrainischen Außenminister Andrej Sybiga und den Fernsehsender „Obshchestwennje Sumy“, beschädigten die Drohnenangriffe die Gebäuderäume der Fabrik und verletzten mehrere Mitarbeiter. Todesopfer gab es nach vorliegenden Angaben nicht. Der Vorfall wurde von der regionalen Staatsanwaltschaft der Oblast Sumy und lokalen öffentlichen Strukturen bestätigt.
Verlauf der Attacke und Folgen
Wie die regionale Staatsanwaltschaft der Oblast Sumy mitteilte, wurden bei der Attacke in Trostjanez fünf Personen verletzt. Vorläufig wurden Treffer auf dem Gelände des Unternehmens festgestellt; das Verwaltungs- und das Produktionsgebäude wurden beschädigt. Auf den Aufnahmen vom Ort des Geschehens ist ein großes Brandherd über dem Dach einer Werkshalle sowie dichter schwarzer Rauch zu sehen, ebenso wie eine Feuerwehrmannschaft, die einen Wasserstrahl in die Brandzone abgibt. Laut dem Vorsitzenden der Trostjanezer Gesellschaft, Jurij Bowa, erlitten die Verletzten leichte Verletzungen und Schnittwunden.
Verletzte
Unter den Verletzten befinden sich zwei Männer, Jahrgang 1963 und 1976, sowie drei Frauen, Jahrgang 1985, 1983 und 1973. Alle erlitten nach vorläufigen Angaben leichte Verletzungen. Die Umstände der Verletzungen und die genaue Zahl der Treffer werden laut der Staatsanwaltschaft noch geklärt.
Position Kiews: Angriff auf amerikanische Interessen
Der ukrainische Außenminister Andrej Sybiga erklärte, dass die systematischen und vorsätzlichen russischen Angriffe auf amerikanische Geschäftsinteressen in der Ukraine zeigen, dass die russische Aggression nicht nur eine Bedrohung für die Ukraine, sondern auch ein direkter Schlag gegen amerikanische wirtschaftliche Interessen in Europa darstelle. Die Strategie der Gegenmaßnahmen bleibe unverändert: die Stärkung der militärischen Unterstützung der Ukraine, insbesondere die Verstärkung der Luftverteidigungsfähigkeiten, sowie der maximale Druck auf Moskau, einschließlich der Verabschiedung des nach dem verstorbenen Senator Graham benannten Gesetzes über Sanktionen gegen Russland.
Das Unternehmen
Die Trostjanezer Fabrik von Mondelez International ist einer der größten Hersteller von Süßwaren und die einzige rein schokoladenproduzierende Fabrik in der Ukraine mit einem vollständigen Produktionszyklus – von der Verarbeitung von Kakaobohnen bis zur Verpackung und Auslieferung der fertigen Produkte. Im Unternehmen werden 138 Produktarten hergestellt, die auf dem Binnenmarkt verkauft und in Moldau, Belarus, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenistan exportiert werden. In Trostjanez werden die Schokoladen „Korona“, „Milka“ und „MaxFan“, die Kekse „Barney“, das Gebäck „Tuc“, „Oreo“ und „Belvita“ produziert. Auf dem Fabrikgelände betreibt zudem das Unternehmen Jacobs Douwe Egberts eine Abfüllanlage für die Kaffees Jacobs und Carte Noire.
Widersprüchliche Angaben
In den Originalquellen gibt es eine Unstimmigkeit in der Anzahl der Treffer: In einer Meldung wird angegeben, dass die Fabrik zwei Drohnentreffer abbekam, während die Staatsanwaltschaft vorläufig drei Treffer feststellt. Außerdem erscheint im Text der Meldung über die Verletzten die Schreibweise „Trostjanka“ statt des korrekten „Trostjanez“. Diese Abweichungen in den Zahlen und der Toponymik bedürfen der Klärung, daher bleibt die genaue Zahl der Angriffe und Treffer zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorläufig.
Kontext: nicht der erste Angriff
Erinnern wir daran, dass Russland bereits Anfang 2026 einen Angriff auf dieselbe Mondelez-Fabrik in Trostjanez geführte hatte – damals beschädigte eine Rakete einen der Produktionsgebäude, es gab keine Opfer. Die erneute Attacke auf ein Objekt, das Produkte für Dutzende Länder herstellt, stärkt das Argument Kiews über die gezielte Zerstörung nicht nur ukrainischer, sondern auch ausländischer Industrieanlagen.