Der ukrainische Auslandsgeheimdienst (GUD) erklärte, dass die russische Seite einen Mechanismus aufgebaut hat, um systematisch ausländische Staatsbürger in ihre Streitkräfte zu gewinnen und sie am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen zu lassen. Laut ukrainischen Geheimdienstinformationen sollen bereits mindestens 27 jemenitische Staatsbürger für Kampfhandlungen eingesetzt werden, bei deren Formalitäten russische Militärstrukturen beteiligt sein sollen. Der Geheimdienst betont, dass dies nicht auf Einzelfälle, sondern auf einen organisierten Charakter der Rekrutierung von Ausländern hindeutet.
Das System: von der Legalisierung bis zum Vertrag
Laut GUD verläuft der Prozess wie eine aufeinanderfolgende Kette: Zuerst wird dem Ausländer geholfen, sich über ein vereinfachtes Verfahren legal auf dem Territorium Russlands niederzulassen, anschließend wird er auf eine vertragliche Militärdienstleistung umgeschrieben. Der konkrete Fall, den der ukrainische Geheimdienst nennt, datiert auf Juli 2026: Der Leiter der Rekrutierungsstelle für vertraglichen Militärdienst in Chanty-Mansijsk, Leutnant K. Perwuschin, wandte sich an die Grenztruppen des FSB Russlands mit der Bitte, den Aufenthalt bestimmter jemenitischer Staatsbürger zu legalisieren. Wie das GUD behauptet, sollte nach Erteilung des erforderlichen Status mit diesen Personen ein Vertrag über den Militärdienst geschlossen werden. Somit sind laut Geheimdienstbewertung sowohl die Grenztruppen des FSB als auch die zuständigen Militärkommissariate in das System eingebunden.
Rechtsgrundlage: Dekret Nr. 821
Rechtsgrundlage für eine solche Legalisierung wurde laut GUD das Dekret Nr. 821 des russischen Präsidenten Wladimir Putin vom 5. November 2025, das eine vorübergehende Ordnung für die Aufnahme in die russische Staatsbürgerschaft und die Erteilung eines Aufenthaltstitels (WnS) einführte. Formal betrifft das Dokument Migrationsverfahren. Gleichzeitig wird dieser Mechanismus laut ukrainischem Geheimdienst in der Praxis als Instrument für die weitere Rekrutierung von Ausländern in die russische Armee genutzt, was die Migrationsnorm zu einem Element des Rekrutierungssystems macht.
Unter den Rekrutierten sind junge Männer
Besondere Aufmerksamkeit widmet die GUD-Mitteilung dem Alter der identifizierten jemenitischen Staatsbürger: Unter ihnen seien laut Geheimdienst Personen, die 2006 und 2007 geboren wurden. Das GUD kommentierte dies damit, dass es sich um „völlig junge Menschen handelt, die der Kreml für Geld und die Zusage eines legalen Status in Russland in den Krieg werfen will“.
Umfang der Einbindung von Ausländern
Der von der ukrainischen Seite angeführte Kontext deutet auf einen breiten Charakter der Rekrutierung hin. Im August 2026 erklärte der Volksbeauftragte der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, dass sich in ukrainischer Gefangenschaft Staatsbürger aus 51 Ländern befinden, die auf Seiten der russischen Armee gekämpft hätten, was laut seinen Worten vom Umfang der Einbindung von Ausländern zeugt. Darüber hinaus teilte das GUD mit, dass Russland mindestens acht indonesische Staatsbürger in seine Streitkräfte für die Teilnahme am Krieg gegen die Ukraine geworben hat.