Wenn es in der Wohnung oder im Haus kalt ist, ist der instinktive Wunsch, sich den dicksten Pullover oder Bademantel überzuziehen. Doch wie die Stilistin und Plus-Size-Model Jelena Schtschenko (@purpur.stylist) in ihrem Instagram-Video erklärt, ist dieser Ansatz oft kontraproduktiv: Der Körper überhitzt schnell, es kommt zu Schwitzen, und die Beweglichkeit wird stark eingeschränkt. Laut Expertin liegt der Schlüssel zu angenehmer Wärme in einem nicht beheizten Raum nicht in der maximalen Dicke eines einzelnen Kleidungsstücks, sondern in einer durchdachten Mehrschichtigkeit, bei der jede Schicht eine bestimmte Funktion erfüllt. Das Material wurde vom Projekt Styler (RBC-Ukraine) unter Verweis auf die Publikation der Stilistin erstellt.
Erste Schicht: ein Basisthermoset statt eines lockeren Bademantels
Das Fundament eines jeden Wärmesystems ist die Basisschicht, deren Aufgabe es ist, Feuchtigkeit von der Haut abzuleiten und die Wärme direkt am Körper zu halten. Schtschenko empfiehlt, ein anatomisches Thermoset (Langarmshirt und Leggings), feine Merinowolle oder dichten, elastischen Baumwollstoff zu wählen. Entscheidend ist, dass diese Schicht ohne überflüssigen Umfang an der Figur anliegt: Ein lockerer Schnitt oder tiefe Ausschnitte erzeugen Luftkammern, die den wärmespeichernden Effekt auf null reduzieren. Die Basisschicht muss am Körper anliegen, damit die Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird und die Wärme nicht in den Zwischenräumen zwischen Haut und Stoff verpufft.
Zweite Schicht: luftige Isolierung und der richtige Hosen-Schnitt
Die Isolierschicht schafft eine Luftschicht, die das eigentliche „Wärmegefäß“ darstellt. Für diese Rolle rät die Stilistin zu einem Fleece-Kostüm mit einer Dichte von mindestens 200 g/m² oder zu Kleidung aus gebürstetem Sweat-Stoff (Terry). Der Schnitt darf hier Oversize sein, aber ohne übermäßigen Umfang, der die Kleidung zu einem Sack macht. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Hosen: Schtschenko empfiehlt keine weiten, geraden Modelle und keine Palazzo-Hosen, da durch den offenen Hosenbund kalte Luft vom Boden unbehindert nach innen strömt. Praktischer sind Hosen mit Bündchen oder mit einem dichten Gummibund am Knöchel – so bleibt die Wärme innerhalb der Konstruktion eingeschlossen.
Dritte Schicht: Barriere gegen Wärmeverluste und Schutz des Rumpfes
Die abschließende Barrierschicht dient dem zusätzlichen Schutz vor Zugluft und Wärmeverlusten. Hier sind ein gepolstertes, wattiertes Weste oder ein Wollcardigan mit lockerer Silhouette angemessen. Besonderes Augenmerk sollte auf den Bereich von Brust und Bauch gelegt werden: Die dritte Schicht muss den Rumpf zuverlässig bedecken, den Körper aber nicht einschnüren. Genau diese Kombination – eine dichte Basisschicht, eine luftige Isolierung und eine äußere Barriere – ermöglicht es, die Wärme zu bewahren, ohne das Gefühl zu haben, in mehrere schwere Dinge eingewickelt zu sein.
Was man nicht tun sollte: Überhitzung und Verlust der Beweglichkeit
Schtschenko betont: Man sollte das Heim-Outfit nicht in einen „Kokon“ aus mehreren dicken Kleidungsstücken verwandeln, die übereinander getragen werden. Eine übermäßige Menge schwerer Kleidung schränkt die Bewegungen ein, und wenn der Körper überhitzt und man schwitzt, verstärkt sich das Kältegefühl nach dem Abstreifen der nassen Schicht nur noch. Für einen kalten Raum ist es daher wichtig, nicht einfach „wärmer anzuziehen“, sondern die Funktionen auf drei Schichten zu verteilen: Die erste liegt dicht am Körper an, die zweite schafft die Wärmeisolierung, die dritte schützt den Rumpf. Dieser Ansatz ermöglicht es, beweglich und komfortabel zu bleiben, ohne dabei auf Wärme zu verzichten.
Kontext und Quelle
Die Empfehlungen basieren auf dem Video der Stilistin Jelena Schtschenko, das vom Projekt Styler kommentiert wurde – ein Unterhaltungs- und Lifestyle-Projekt von „RBC-Ukraine“, das über Trends, Stars, Ratschläge und alltägliche Lifehacks schreibt. Zuvor hatte Styler Artikel darüber veröffentlicht, wie man ein Sommerkleid im Herbst trägt, um nicht zu frieren, sowie über andere praktische Lösungen für den saisonalen Kleiderschrank. Das Material ist empfehlend und stellt keine medizinische oder meteorologische Prognose dar.