Die diplomatische Spannung zwischen Bukarest und Moskau hat einen kritischen Punkt erreicht. Das rumänische Außenministerium hat den russischen Botschafter einbestellt, um einen offiziellen Protest zu übermitteln. Auslöser waren beispiellose Verstöße gegen den Luftraum des Landes: In den letzten drei Tagen haben rumänische Jagdflugzeuge drei Drohnen abgeschossen, die in das Staatsgebiet eingedrungen waren.
Harte Haltung von Bukarest
Die rumänische Außenministerin Oana Tzoi betonte, dass die diplomatische Reaktion strikt auf den Ergebnissen der Ermittlungen basieren werde. In ihrer Erklärung bezeichnete die Ministerin die Handlungen Russlands als „unzulässig und untragbar“.
Tzoi wies auf den Status des Territoriums hin: „Rumänien ist nicht nur ein souveräner Staat, es ist auch Luftraum der NATO und der Europäischen Union. Solche Handlungen sind inakzeptabel, und wir gehen gemeinsam mit unseren Verbündeten mit größter Ernsthaftigkeit damit um“.
Chronologie der Vorfälle: drei abgeschossene Drohnen
Die Lage im Luftraum über Rumänien hat sich rapide zugespitzt. Innerhalb von drei Tagen ereigneten sich drei separate Vorfälle, bei denen jedes Mal die Jagdfliegerei eingreifen musste:
- 24. Juli, gegen 11:00 Uhr: Ein rumänischer F-16-Jäger schoss eine Drohne ab, die in den Luftraum eingedrungen war. Der rumänische Präsident Nicolae Ciucă bestätigte den Vorfall und stellte fest, dass das Gebiet unbewohnt war, was es dem Piloten ermöglichte, ohne Risiko für die Zivilbevölkerung das Feuer zu eröffnen.
- Morgen des 25. Juli: Während eines weiteren russischen Angriffs auf die Ukraine zerstörten die rumänischen Luftstreitkräfte erneut einen Eindringling, der das Staatsgebiet betreten hatte.
- 26. Juli, Morgen: Ein F-16-Jäger schoss bereits die dritte russische Drohne ab.
Bestätigung des Drohnentyps und Reaktion der NATO
Die Ermittlungen der rumänischen Staatsanwaltschaft bestätigten den Ursprung der ersten abgeschossenen Drohne. Es handelte sich um eine russische Drohne vom Typ „Schahed“.
Die Reaktion des Bündnisses war sofort. Nach der Entdeckung einer unbekannten Drohne über rumänischem Gebiet hob die NATO eine Staffel von Jagdflugzeugen in die Luft. An der Operation waren zwei rumänische F-16 und zwei italienische Eurofighter beteiligt, die die Abfang- und Zerstörungsaktion der Bedrohung sicherten.
Die Einbestellung des russischen Botschafters im Außenministerium war die logische Konsequenz der Serie von Vorfällen und zeigt, dass Bukarest nicht länger bereit ist, Grenzverletzungen im Rahmen des anhaltenden Konflikts hinzunehmen.