Russland beabsichtigt, die Taktik seiner massiven Luftangriffe auf das Gebiet der Ukraine grundlegend zu ändern. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew. Dem Staatsoberhaupt zufolge müssen sich die ukrainische Seite und ihre Verbündeten auf eine neue Herausforderung einstellen, da der Feind plant, den Einsatz völlig neuer Waffensysteme in der Luft auszuweiten.
Neuer Fokus auf Qualität und Geschwindigkeit
Wie der ukrainische Staatschef betonte, will die russische Seite künftig auf die qualitativen Eigenschaften der Bewaffnung statt auf den bisherigen quantitativen Ansatz setzen. Obwohl es in der Anfangsphase möglicherweise nicht so viele Düsendrohnen wie die üblichen propellergetriebenen Shahed-Drohnen geben wird, verfügen sie über völlig andere Geschwindigkeitseigenschaften. Dies zwingt die ukrainische Führung, das gesamte gestaffelte Luftverteidigungssystem dringend an die neuen Bedrohungen anzupassen.
Herausforderungen für die Luftverteidigung
Der ukrainische Präsident wies darauf hin, dass die Besatzer ihre Luftangriffe weiterhin kombinieren und sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Raketen einsetzen werden. Während die Luftverteidigungskräfte bereits über wirksame Abwehrmittel gegen Marschflugkörper verfügen, bleibt die Ballistik eine ernsthafte Herausforderung. Nichtsdestotrotz stellen die ukrainische Städte terrorisierenden Düsendrohnen derzeit die größte taktische Schwierigkeit dar.
Antwort der ukrainischen Rüstungsindustrie
Als Reaktion auf die technologischen Herausforderungen ergreifen die ukrainischen Behörden und der heimische militärisch-industrielle Komplex vorbeugende Maßnahmen. Insbesondere werden in der Hauptstadt und anderen Regionen bereits spezielle Abwehrtürme installiert, und Dutzende private sowie staatliche Unternehmen arbeiten an der Entwicklung wirksamer Abfangmittel. Wie Selenskyj betonte, sucht die Ukraine zudem aktiv nach knapper Munition für F-16-Kampfjets, die Teil einer umfassenden Antwort auf die modernisierten Luftangriffe des Feindes sein soll.