Im August 2026 haben Aufklärungsdaten und Satellitenbilder eine massive Erweiterung der Infrastruktur für russische unbemannte Flugsysteme dokumentiert. Laut einer Untersuchung des britischen Magazins The Telegraph, veröffentlicht von RBC-Ukraine, hat Moskau ein Netzwerk geheimer Basen mit neuen Startanlagen für Langstreckendrohnen eingerichtet. Diese Anlagen, die entlang der Grenzen zu Belarus und der Ukraine liegen, sind in der Lage, Drohnen zu starten, deren Reichweite Gebiete der NATO-Länder abdeckt.
Umfang der Aufstellung und Infrastruktur
Die Analyse von Satellitenbildern hat das Vorhandensein von mindestens 10 neuen Basen mit spezialisierten Startschienen ergeben. Insgesamt wurden entlang der Grenze Russlands zu Belarus und der Ukraine mindestens 59 neue Startpositionen registriert. Einige dieser Objekte wurden aus bestehenden Militärbasen und zivilen Flughäfen umgerüstet, während andere in ländlichen Gebieten errichtet wurden, was ihre Entdeckung aus der Luft erschwert.
Die Analysten legten besonderes Augenmerk auf die Verlängerung der Startschienen. Laut Daten des Unternehmens DroneSec weisen etwa 20 der neuen Anlagen vergrößerte Abmessungen auf, was auf die Vorbereitung für den Start neuester russischer Drohnenmodelle hindeutet, die für Flüge über extrem große Distanzen ausgelegt sind. Auf einer der identifizierten Basen wurden Lagerhallen registriert, die gleichzeitig mehr als 1.000 Einheiten unbemannter Technik aufnehmen können.
Gefahr für die NATO-Länder und Provokationstaktiken
Die Aufstellung neuer Basen stellt eine langfristige Bedrohung für die NATO-Mitgliedsstaaten dar. Berechnungen zeigen, dass moderne russische Drohnen, die von diesen Positionen gestartet werden, Städte wie Warschau erreichen können. Allerdings gibt es derzeit, wie The Telegraph feststellt, keine direkten Anzeichen dafür, dass Russland einen großangelegten Angriff auf Polen plant.
Gleichzeitig äußern Vertreter der US-amerikanischen und europäischen Nachrichtendienste Besorgnis über die Möglichkeit von Provokationen. Experten sind der Ansicht, dass Moskau Szenarien für Angriffe auf die kritische Infrastruktur Polens oder Operationen „unter fremder Flagge“ in Erwägung ziehen könnte, für die die Verantwortung auf die Ukraine abgewälzt werden soll. Die NATO hat erklärt, dass der Bund bereit ist, jeden Quadratzentimeter des Territoriums der Verbündeten zu verteidigen, und die Bereitschaft zur Abwehr von Drohnenbedrohungen weiter erhöht.
Technische Spezifikationen der neuen Drohnen
Die Erweiterung des Basennetzwerks steht in direktem Zusammenhang mit der Inbetriebnahme neuester Modelle von Kampfdrohnen. Laut Quellen können die neuesten Drohnen der Serien „Geran-4“ und „Geran-5“ eine Geschwindigkeit entwickeln, die ausreicht, um modernen Luftabwehrsystemen auszuweichen, und eine Kampflast von bis zu 90 kg tragen. Erwähnt wird auch der Einsatz der Kampfdrohne BM-35 mit Strahltriebwerk, die Geschwindigkeiten von über 350 km/h erreichen und Distanzen von mehr als 200 km überwinden kann.
Widersprüchliche Daten
Im Kontext der Bedrohungsbeurteilung gibt es Diskrepanzen bei der Interpretation der Daten. Einerseits deuten Satellitenbilder und Berichte von DroneSec auf eine aggressive Erweiterung der Infrastruktur hin, was durch das tatsächliche Vorhandensein von Startanlagen bestätigt wird. Andererseits betonen offizielle Erklärungen und Schlussfolgerungen westlicher Analysten das Fehlen von Anzeichen eines direkten Angriffs auf das NATO-Territorium und beschränken die Bedrohung auf den Bereich von Provokationen und asymmetrischen Angriffen. Darüber hinaus bleiben die Daten zur genauen Anzahl der einsatzbereiten Drohnen und ihrem aktuellen Status (im Einsatz oder in der Testphase) fragmentiert und nicht immer von unabhängigen Auditoren bestätigt.