In der Nacht zum 10. September flog Russland einen weiteren massiven Luftangriff auf die Ukraine, der um etwa 18:00 Uhr am 9. September begann. Laut Angaben der Verteidigungskräfte feuerte der Gegner 149 Kampfdrohnen verschiedener Typen ab, was diese Welle zu einer der größten der letzten Zeit macht. Bis zum Morgen des 10. September, Stand 08:00 Uhr, hatte das ukrainische Luftverteidigungssystem 128 feindliche UAV zerstört oder neutralisiert, wobei die Luftwaffe warnte, dass der Luftangriff zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abgeschlossen war und im Luftraum weiterhin russische Drohnen registriert wurden.

Umfang und Richtungen des Angriffs

Die Drohnen wurden gleichzeitig aus mehreren Richtungen gestartet, was charakteristisch für eine Taktik der Zerstreuung und Überlastung der Luftabwehrkanäle ist. Startpunkte wurden auf russischem Gebiet aus den Gebieten Millerowo, Kursk und Primorsko-Achtarsk sowie aus dem vorübergehend besetzten Gebiet der Oblast Donezk und aus Gwardeisko im besetzten Krim festgestellt. Ein solches mehrvektorige Schema ermöglicht es dem Gegner, verschiedene Verteidigungssektoren gleichzeitig zu belasten und die Abschussrate zu senken.

Abwehr: Wer und mit was den Himmel schützte

Zur Abwehr des Luftangriffs wurden nahezu alle Komponenten des Luftverteidigungssystems eingesetzt: Luftwaffe, Fliegerabwehr-Raketenkräfte, Einheiten der elektronischen Kampfführung und unbemannter Systeme sowie mobile Feuergruppen der Verteidigungskräfte der Ukraine. Die Koordination dieser Elemente ermöglichte es, bis zum Morgen 128 der 149 abgefeuerten Drohnen abzuschießen oder zu neutralisieren, wobei laut Berichten einige Ziele Objekte trafen, was durch die Angabe von „Treffern“ bestätigt wird.

Widersprüchliche Daten

In den öffentlichen Berichten gibt es kleine Abweichungen in den Zahlen, die zu berücksichtigen sind. Zunächst wurde von „mehr als 140“ Drohnen berichtet, während die präzisierte Zahl 149 Kampfdrohnen beträgt — das ist kein Widerspruch, sondern eine Präzisierung. Eine wesentlichere Frage betrifft den Unterschied zwischen abgefeuerten (149) und neutralisierten (128) Geräten: 21 Einheiten sind in den Ergebnissen der Luftabwehr nicht erfasst. Einige Quellen interpretieren diese Differenz als bestätigte Treffer auf Objekte, andere betonen, dass die Daten um 08:00 Uhr vorläufig sind, da der Angriff zum Zeitpunkt der Zählung noch andauerte und die finale Bilanz revidiert werden wird.

Internationaler Kontext: Patriot und Winterunterstützung

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe wird die internationale Unterstützung der Ukraine verstärkt. Berichten zufolge plant Deutschland, Kiew so schnell wie möglich PAC-2-Raketen für die Patriot-Flugabwehrsysteme zu übergeben, was die Reichweite und Effektivität der Abwehr erhöhen soll. Parallel wird in Europa ein Unterstützungspaket diskutiert, das darauf abzielt, die Ukraine bei der Abwehr der erwarteten Winterangriffe Russlands zu helfen. Besonders wird angemerkt, dass Polen nach der Sitzung im „Ramstein“-Format ein eigenes Unterstützungspaket für Kiew vorbereitet.

Was weiter

Die Lage bleibt dynamisch: Laut Angaben der Luftwaffe war der Luftangriff zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht abgeschlossen, und im Luftraum werden weiterhin russische Drohnen entdeckt. Die endgültigen Zahlen zu abgeschossenen UAV und den Folgen der Schläge werden mit Abschluss des Angriffs präzisiert. Für die Ukraine wird der entscheidende Faktor die Geschwindigkeit der Lieferung westlicher Raketen für Patriot und die Ausweitung des Winterunterstützungspakets sein, von denen die Fähigkeit der Luftabwehr abhängt, mehrvektorige Drohnenwellen bei Mangel an eigener Munition zu decken.