Die Situation mit den Raketenangriffen auf der Ukraine hat sich im Juli zu einer besorgniserregenden Entwicklung gewandelt. Laut Daten des Instituts für das Studium des Krieges (ISW) beginnen die russischen Streitkräfte, ihre eigenen gemachten Waffenbestände aufzubrauchen, da die Einsatzrate von Raketen deren monatliche Produktion übersteigt.

Amerikanische Experten, die sich auf Berichte des ukrainischen Mediums Militarnyi stützen, verzeichnen eine scharfe Eskalation beim Einsatz von Präzisionswaffen. Allein im Juli könnte Russland bis zu zwei Drittel des Jahresproduktionsplans für die Hyperschallraketen „Zirkon“ verbraucht haben.

Die Mathematik des Krieges: Produktion gegen Einsatz

Die in den Berichten der ukrainischen Luftwaffe aufgeführten Statistiken zeigen ein Ungleichgewicht zwischen den industriellen Möglichkeiten Russlands und den Erfordernissen an der Front. Seit Anfang Juli hat die Anzahl der abgefeuerten ballistischen Raketen das Volumen ihrer monatlichen Produktion überschritten.

Laut Angaben des Hauptnachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR MoU) sind die monatlichen Produktionskapazitäten Russlands auf bestimmte Werte begrenzt, die derzeit vom tatsächlichen Verbrauch von Munition übertroffen werden.

Wechsel der Taktik: Von Drohnen zu Raketen

Analysten erklären diese Dynamik mit der Suche nach effektiveren Zerstörungsmitteln. Ballistische Raketen zeigen eine höhere Trefferquote im Vergleich zu Drohnen und Marschflugkörpern, was Moskau dazu zwingt, Lagerbestände zu opfern, um Ergebnisse zu erzielen.

Parallel zum Anstieg der Raketenangriffe ist ein starker Rückgang der Anzahl der Drohnen zu verzeichnen. Das ISW-Team hat festgestellt, dass russische Truppen seit Anfang Juli 2.955 Drohnen eingesetzt haben, während dieser Wert im Juni bei 5.749 Einheiten lag. Dies bestätigt die These von einem Wechsel der Angriffsvektoren hin zu teureren und knapperen Waffentypen.