Das Hauptnachrichtendienstamt des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR MoU) hat eine neue, detaillierte Methode enthüllt, die die russische Seite zur Verwaltung ausländischer Söldner anwendet. Laut Geheimdienstinformationen wurde in der russischen Besatzungsarmee ein System von Ordnungsnummern eingeführt, das die traditionellen Identifikationsausweise für Staatsangehörige anderer Staaten ersetzen soll.

Markierungstechnologie: Von Ausweisen zu Tätowierungen

Statt der üblichen metallischen Militärausweise, die verloren gehen oder aus dem Körper eines Getöteten entfernt werden können, werden Söldnern sogenannte „Inventarnummern' zugewiesen. Diese Markierungen werden direkt auf die Haut des Soldaten oder auf Elemente seiner Ausrüstung aufgetragen. Für die Anwendung werden beständige Farbstoffe verwendet, insbesondere Henna und Jagua. Der Geheimdienst stellt fest, dass diese Markierungen eine hohe Beständigkeit aufweisen: Sie lassen sich nicht mit Wasser und Seife abwaschen und können mehrere Wochen auf dem menschlichen Körper verbleiben. Falls die Nummer schlecht lesbar wird, wird sie erneut aufgetragen.

Polizei gegen Deserteure: Neue Kontrollmethoden

Der Geheimdienst hat Fälle dokumentiert, in denen die russische Polizei Zivilisten auf das Vorhandensein solcher Markierungen überprüft hat. Insbesondere hielten Strafverfolgungsbehörden Studenten und Arbeitsmigranten an und untersuchten ihre Körper auf Nummern. Laut HUR dient dies der Aufdeckung von Deserteuren — Söldnern, die versuchten, die Frontlinie zu verlassen, indem sie ihre Ausrüstung abwarfen, aber mit einer für normale Menschen unsichtbaren, für Sicherheitskräfte jedoch erkennbaren Markierung zurückblieben.

Verschleierung echter Verluste und Statistiken

Analysten des Geheimdienstes gehen davon aus, dass das Hauptziel dieses Systems die Verschleierung des tatsächlichen Ausmaßes der Verluste unter ausländischen Söldnern ist. Die Verwendung von Inventarnummern ermöglicht es dem russischen Kommando, gefallene Soldaten als „vermisst' zu registrieren oder ihre Leichen als nicht identifiziert auf dem Schlachtfeld zu belassen. Dies erschwert die Erfassung der Verluste und ermöglicht die Verzerrung der offiziellen Statistiken der Kampfhandlungen, um den wahren Preis der Besatzungspolitik zu verbergen.

Internationale Resonanz und zukünftige Tribunale

Die gesammelten Daten über das Markierungssystem und konkrete Anwendungsfälle wurden bereits an ausländische Partner und Strafverfolgungsbehörden übermittelt. Das HUR betont, dass diese Informationen in den Unterlagen zukünftiger internationaler Tribunale zur Dokumentation von Kriegsverbrechen und Mechanismen zur Zwangsrekrutierung ausländischer Staatsangehöriger für Kampfhandlungen verwendet werden. Im Kontext der aktuellen Situation an der Front hat die Ukraine im Sommer den Einsatz ihrer eigenen Marschflugkörper „Flamingo' gegen russisches Territorium erheblich ausgeweitet, was ebenfalls die Dynamik der Verluste und die Notwendigkeit ihrer Verschleierung durch den Gegner beeinflusst.