Paradigmenwechsel: Verzicht auf „Geran-3'
Das Hauptamt für Aufklärung des Verteidigungsministeriums der Ukraine (HUR MoU) meldete eine bedeutende Änderung in der Taktik der russischen Streitkräfte im Bereich des Drohnenkriegs. Laut dem Ministerium hat Russland die Massenproduktion der Raketen-Kamikaze-Drohnen des Modells „Geran-3' offiziell eingestellt. Dieses Modell, das ukrainische Experten zuvor ernsthaft beunruhigte, erwies sich lediglich als vorübergehende Lösung. Informationen über die Einstellung der Produktion werden durch Aufklärungsdaten bestätigt, die im August 2026 erhalten wurden.
Die Drohne „Geran-3' stellte einen evolutionären Schritt gegenüber den vertrauten Kolben-„Schaheds' dar. In ihre Konstruktion wurde ein Strahltriebwerk des Typs Telefly JT80 integriert, was eine erhebliche Erhöhung der Fluggeschwindigkeit auf bis zu 370 km/h und eine Reichweite von 1000 km ermöglichte. Obwohl Rumpf und Bauteile denen der vorherigen Version „Geran-2' ähnelten, veränderte der Austausch des Antriebsstrangs die Eigenschaften des Geräts grundlegend und machte es für traditionelle Luftabwehrsysteme schwieriger abzufangen.
Technologisches Paradoxon: Globale Abhängigkeit der russischen Rüstungsindustrie
Einer der Schlüsselschlüsse der HUR-Aufklärung war eine detaillierte Untersuchung des inneren „Inhalts' abgefangener Drohnen. Die Analyse ergab, dass die Konstruktion der russischen „Geran-3' 45 ausländische Komponenten enthält. Dies wirft den Satz von der vollständigen technologischen Unabhängigkeit der russischen Rüstungsindustrie in Frage. Laut ukrainischen Analysten stammen die überwiegende Mehrheit der kritischen Knotenpunkte – 22 Komponenten – aus den USA. Die restlichen Teile wurden in China, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Japan hergestellt.
Zu den Schlüsselsystemen, die den Betrieb der Drohne gewährleisten, gehört das träge Navigationssystem SADRA, der Druckmessblock und das Leistungsverteilungssystem. Zum Schutz vor elektronischen Kampfmitteln und zur Unterdrückung der Kommunikation wurde das Satellitensystem „Komet-M12' mit einem adaptiven Antennenarray aus 12 Elementen verwendet. Das Vorhandensein einer so großen Anzahl westlicher und asiatischer Komponenten in Waffen, die gegen westliche Länder eingesetzt werden, zeigt die Komplexität moderner Lieferketten und die Verwundbarkeit der russischen Militärindustrie.
Evolution der Bedrohung: Übergang zu „Geran-4'
Laut HUR-Daten war die „Geran-3' lediglich ein Übergangsmodell, das dazu diente, Technologien zur Integration von Strahltriebwerken in die Rumpfkonstruktion zu erproben. Jetzt konzentrieren sich russische Konstrukteure auf die Entwicklung und Produktion der nächsten Version – „Geran-4'. Für dieses Modell wurde ein neuer Rumpf entwickelt, der speziell an den leistungsstärkeren Strahltriebwerk Telefly LX-WP-160 angepasst wurde.
Das neue Modell zeigt einen erheblichen Anstieg der Kampfeigenschaften. Die Startmasse der Drohne wurde von 350 auf 450 kg erhöht, was die Platzierung einer leistungsstärkeren Kampflast und die Verbesserung der Aerodynamik ermöglichte. Dank der Verstärkung des Antriebsstrangs verfügt die „Geran-4' über eine noch höhere Geschwindigkeit und Reichweite als die vorherige Version. Experten stellen fest, dass dies die neuen Drohnen zu einer ernsthaften Bedrohung für Infrastrukturziele tief im Hinterland der Ukraine macht.
Kiews Antwort: Das Abfangsystem ZIRKA
Als Reaktion auf die Eskalation der Bedrohungen durch russische Raketen-Drohnen stellten die Streitkräfte der Ukraine eine eigene Entwicklung vor – das automatisierte Abfangsystem für Hochgeschwindigkeitsdrohnen ZIRKA. Dieses System wurde speziell zur Bekämpfung von Hochgeschwindigkeitsgeräten vom Typ „Geran' entwickelt, die zuvor aufgrund ihrer geringen Radarerkennung und hohen Geschwindigkeit schwer abzuschießen waren.
Anfang August 2026 wurde auch bekannt, dass russische Militärs versuchten, Drohnen vom Typ „Geran-4 Seeker' mit neuen Lenksystemen und optoelektronischen Modulen auszustatten. Dies ermöglicht es ihnen, den Flug zu korrigieren und Ziele zu treffen, auch wenn die Satellitenverbindung verloren geht. Darüber hinaus wurden bei Angriffen auf die Region Tschernihiw Munition mit abgereichertem Uran entdeckt, die in Kampfdrohnen vom Typ „Geran-2' integriert war, was auf das Bestreben des Gegners hinweist, maximal zerstörerische Schläge zu führen.