In Russland treten neue Regeln für autonome Technik in Kraft. Das Ministerium für Wirtschaft hat ein Projekt für einen experimentellen Rechtsrahmen (ЭПР) entwickelt und an die Regierung weitergeleitet, das faktisch „Verkehrsregeln für Roboter“ festlegt. Das Dokument wurde mit den wichtigsten Behörden, einschließlich Innenministerium, Ministerium für Industrie und Handel, Verkehrsministerium und FSO, abgestimmt und ist bereit für die Umsetzung.
Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fahrzonen
Die neue Verordnung, die für drei Jahre gilt, wird in 35 Regionen des Landes in Kraft treten. Sie legt detailliert fest, wie Lieferroboter sich in der städtischen Umgebung verhalten müssen. Die Hauptanforderungen betreffen den Geschwindigkeitsmodus und die Vorfahrt auf der Straße:
- Fahrten auf Radwegen sind mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erlaubt.
- Auf Gehwegen und Fußgängerwegen sinkt das Limit auf 10 km/h.
- Vor Fußgängerüberwegen muss der Roboter auf 6 km/h verlangsamen und Fußgängern Vorfahrt gewähren.
- Durchfahrt durch enge Gehwege (weniger als einen Meter breit) ist vollständig verboten.
Eine wichtige Neuerung ist die Erlaubnis zum Betrieb von Technik innerhalb von Gebäuden. Lieferroboter erhalten das Recht, sich in Räumen zu bewegen und Aufzüge zur Lieferung von Fracht auf Etagen zu nutzen.
Technische Anforderungen an Rover
Im Dokument sind strenge Parameter für die Geräte selbst festgelegt. Um den Zugang zur Arbeit auf den Straßen zu erhalten, muss der Roboter den folgenden Spezifikationen entsprechen:
- Karossärenlänge nicht mehr als 110 cm.
- Breite nicht mehr als 80 cm.
- Gewicht begrenzt auf 120 kg.
- Leistung des Elektromotors darf 4 kW nicht überschreiten.
- Maximale konstruktive Geschwindigkeit — 25 km/h.
Zusätzlich wurde in den Regeln eine neue Anforderung an die Ausstattung eingeführt: Jeder Rover muss mit einem akustischen Signal ausgestattet sein, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Aufklärung von Unfällen und Haftung
Der experimentelle Modus regelt auch die Handlungen im Falle von Notfällen. Wenn ein Vorfall ohne Verletzte und Schäden aufgetreten ist, können die Parteien ohne Polizeieinsatz auseinandergehen. Bei Schäden oder Verletzungen müssen jedoch ein Vertreter des Betreiberunternehmens und ein Mitarbeiter der Straßenverkehrsinspektion (GIBDD) vor Ort erscheinen. Für die Aufklärung der Umstände des Unfalls ist die Bereitstellung der Aufzeichnung der Bordkamera des Roboters obligatorisch.
Ausblick für die Entwicklung der Branche
Die Behörden gehen davon aus, dass der Bestand an Lieferrobotern in russischen Städten bis 2027 12.000 Einheiten erreichen wird. Nach Abschluss des dreijährigen Experiments ist geplant, Änderungen in die föderalen Verkehrsregeln einzufügen, was die robotergestützte Lieferung im ganzen Land auf Dauer ermöglichen wird.