Die ukrainische Delegation auf der Sitzung des OSZE-Sicherheitsforums präsentierte schockierende Statistiken über die Zerstörungen während der viereinhalb Jahre des umfassenden Krieges. Laut offiziellen Angaben Kiews haben russische Truppen 1054 Objekte der ukrainischen Hafeninfrastruktur zerstört und 232 zivile Schiffe angegriffen. Diese Angriffe stellen aus Sicht der ukrainischen Diplomaten eine direkte Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit dar.
Umfang der Zerstörungen und menschliche Opfer
Die Lage im Schwarzen Meer bleibt extrem angespannt. Die ukrainische Seite berichtet, dass allein im Sommer 2026 mehr als 30 Schiffe Ziel von Angriffen wurden. Systematische Attacken betreffen nicht nur Hafenanlagen, sondern auch zivile Frachtschiffe sowie Getreidesilos. Infolge dieser Vorfälle kamen 307 Bürger der Ukraine und anderer Staaten ums Leben oder wurden verletzt.
Eskalation während der Erntekampagne
Kiew wirft Moskau vor, die Arbeit der ukrainischen Häfen gezielt während der Erntesaison lahmlegen zu wollen, um den maritimen Getreideexport zu stoppen. Ein anschauliches Beispiel für die Eskalation waren die Vorfälle kurz vor einer dringenden Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Russische Truppen griffen ein Schiff unter der Flagge Palaus an, das Mais transportierte. Am selben Tag wurden auch Schiffe beschossen, die bereits seit 2022 in den Häfen der Oblast Nikolajew blockiert waren.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich Ende Juli: Russland griff zweimal ein ziviles Schiff unter der Flagge Palaus an, an Bord dessen fast 2.800 Tonnen Mais lagerten, die aus den Häfen der Oblast Odessa entladen worden waren.
Globale Folgen und Hungersnot
Die ukrainische Delegation warnt davor, dass die Fortsetzung solcher Angriffe katastrophale Folgen für Millionen Menschen haben könnte. Länder in Afrika, Lateinamerika, Asien und im Nahen Osten drohen mit dem Abbruch der Nahrungsmittelversorgung. In der Erklärung heißt es eindringlich: „Millionen Familien könnten mit Hunger konfrontiert werden, wenn der russische Terror nicht gestoppt wird“.
Position Kiews: Recht auf Selbstverteidigung
Als Reaktion auf die Bedrohungen erklärte sich die Ukraine bereit, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Der Staat beabsichtigt, die Seewege, die Hafeninfrastruktur und die Zivilbevölkerung zu schützen, gestützt auf Artikel 51 der UN-Charta, der das Recht auf Selbstverteidigung festschreibt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass der ukrainische Geheimdienst über Pläne neuer russischer Angriffe auf das Land verfügt, einschließlich Attacken auf Schiffe. Derzeit werden in Kiew Maßnahmen zur Abwehr dieser Absichten vorbereitet.