Im August 2026 trat Saudi-Arabien in eine neue Phase der Umsetzung seines ehrgeizigen Programms „Vision 2030' ein, indem es umfassende Änderungen im Gesetz über öffentliche Aufträge verabschiedete. Diese Änderungen sollen den bürokratischen Apparat des Königreichs transformieren und ihn zu einem flexibleren und effizienteren Instrument für die Umsetzung riesiger Infrastrukturprojekte machen, einschließlich der Vorbereitungen für die WM 2034 und die Expo 2030. Die Reform zielt darauf ab, Engpässe zu beseitigen, die Entwicklung behindern, und ein günstiges Umfeld für private Investoren und Innovationen zu schaffen.

Radikale Beschleunigung und Erweiterung der Befugnisse

Ein Schlüsselelement des neuen Gesetzes war die erhebliche Erweiterung der finanziellen Befugnisse der Leiter staatlicher Behörden. Die finanzielle Schwelle, die es Beamten ermöglicht, Entscheidungen über Beschaffungsverfahren im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit zu treffen, wurde von 10 Millionen auf 50 Millionen Saudi-Riyal erhöht (von ca. 2,67 Mio. auf ca. 13,35 Mio. US-Dollar). Diese Änderung ermöglicht eine schnellere Reaktion auf kritische Aufgaben, ohne auf lange Abstimmungen auf höchster Ebene warten zu müssen. Darüber hinaus wurde die Frist für die Prüfung von Verträgen durch das Finanzministerium von 15 Arbeitstagen auf 4 Tage verkürzt, was die Logistik der Genehmigung von Haushaltsausgaben grundlegend verändert.

Konsolidierung der Behörden und Flexibilität der Verträge

Die legislative Reform fasst den Ausschuss für Ausschreibungen und den Ausschuss für die Prüfung von Angeboten in einer einzigen Behörde zusammen. Es wird erwartet, dass diese Entscheidung Doppelarbeit beseitigt und den Prozess der Auftragnehmerauswahl erheblich beschleunigt. Eine wichtige Neuerung ist die Möglichkeit, Befugnisse zur Unterzeichnung von Verträgen zu delegieren, sowie die Übertragung unterzeichneter Verträge zwischen Einrichtungen bei Bedarf. Die maximal zulässige Erhöhung der Vertragskosten nach der Unterzeichnung wurde von 10 % auf 20 % erhöht, was Projekten die notwendige Flexibilität bei Änderungen des Umfangs oder der Anforderungen während der Umsetzung bietet.

Förderung von Innovationen und Lokalisierung

Das neue Gesetz integriert die öffentlichen Aufträge in die Strategie zur Förderung von Innovationen und Lokalisierung (Vision 2030). Staatliche Auftraggeber sind nun verpflichtet, Kriterien für Forschung, Entwicklung und Innovation (F&E) bei der Auswahl von Auftragnehmern zu berücksichtigen. Dies soll den Anteil der einheimischen Produktion erhöhen und technologisches Know-how an lokale Unternehmen weitergeben. Die Schwelle für direkte Aufträge, die erforderlich sind, um spezialisierte Experten und Anwaltskanzleien zu gewinnen, wurde von 100.000 auf 1 Million Saudi-Riyal erhöht, was den Zugang zu spezialisierten Dienstleistungen erleichtert.

Schutz des privaten Sektors und Zahlungszucht

Für private Unternehmen wurden strenge Anforderungen zur Erhöhung der Fairness eingeführt. Staatliche Behörden sind verpflichtet, Zahlungen an private Unternehmen pünktlich zu bearbeiten; die Nichtzahlung alter Schulden blockiert die Möglichkeit, neue vertragliche Verpflichtungen einzugehen. Auch die Anforderungen an die Gewährleistung der Vertragserfüllung wurden standardisiert, was gleiche Wettbewerbsbedingungen schafft und die Markttransparenz erhöht. Diese Maßnahmen sollen Unternehmen vor Verzögerungen und administrativem Druck schützen.